08.07.2014

Vuvuzela: WM-Tröte kann Tinnitus und Hörschäden verursachen

Seit der letzten WM in Südafrika ist sie bekannt und sie kommt auch im Rahmen der WM 2014 teilweise wieder zum Einsatz: die ohrenbetäubende Vuvuzela...

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Seit der letzten WM in Südafrika ist sie bekannt und sie kommt auch im Rahmen der WM 2014 teilweise wieder zum Einsatz: die ohrenbetäubende Vuvuzela. „Das trompetenförmige Instrument ist bis zu einem Meter lang, und sein Klang ähnelt dem Trompeten eines Elefanten oder einem Hornissenschwarm. Das Instrument ist mit seinen Schalldruckpegeln, die 120 dB erreichen können, bei maximaler Lautstärke für das menschliche Ohr nicht ungefährlich", warnt Prof. Leif Erik Walther vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. „Bereits Schalldruckpegel über 85 dB können ohne entsprechenden Lärmschutz zu bleibenden Hörschäden und Ohrgeräuschen, d.h. einem Tinnitus, führen", so Prof. Walther weiter.

Die Herkunft des Namens Vuvuzela ist umstritten. Es wird angenommen, dass er aus der Bantusprache stammt, und so viel wie „vuvu", d.h. Klänge oder Krach erzeugen, bedeutet. „Vuvuzela: good for team, bad for your ears" lautet der Titel eines wissenschaftlichen Artikels im South African Medical Journal, in dem auf das hörschädigende Potenzial des Instruments hingewiesen wird. Das von der Vuvuzela erzeugte Klangspektrum ist sehr breit und erstreckt sich von tiefen bis zu hohen Frequenzen, umfasst also den gesamten Bereich, den unser Hörorgan wahrnimmt.

Lärm schädigt die im Innenohr gelegenen Haarzellen. „Bei hohen Lärmpegeln und häufiger Belastung treten irreversible Schädigungen der äußeren Haarzellen auf, später sind auch die inneren Haarzellen betroffen. Irreversible Hörschäden, Schwerhörigkeit und störende Ohrgeräusche können die Folge sein. Gefährdet sind vor allem Kinder und Personen, bei denen Hörstörungen oder Tinnitus bereits vorhanden sind", betont der niedergelassene HNO-Arzt aus Sulzbach im Taunus.

Das Ausmaß von Hörschäden kann heute mit modernen diagnostischen Methoden gut bestimmt werden, zum einen subjektiv mit Hörprüfungen, aber auch objektiv mit modernen automatischen Verfahren. „Wir sind heute in der Lage, mittels der so genannten otoakustischen Emissionen eine Aussage über den Funktionszustand der äußeren Haarzellen, die auch bei Lärm in Mitleidenschaft gezogen werden, zu machen. Mit speziellen Reizen kann seit einiger Zeit auch die Hörschwelle bei Kindern und Erwachsenen exakt ermittelt werden", erklärt Prof. Walther. Daher ist es ratsam, bei Hörstörungen, insbesondere solchen, die durch Lärm verursacht sind, frühzeitig einen HNO-Arzt zu konsultieren.

äin-red

Dies ist eine Pressemeldung des Dt. Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V. Der Abdruck dieser Pressemeldung oder von Teilen des Artikels ist unter folgender Quellenangabe möglich: www.hno-aerzte-im-netz.de. Bei Veröffentlichung in Online-Medien muss die Quellenangabe auf diese Startseite oder auf eine Unterseite des HNO-Patientenportals verlinken. Fotos und Abbildungen dürfen grundsätzlich nicht übernommen werden.