11.08.2020

Studie zur Bedeutung von Geruch: Babyduft im Fokus

Die Bedeutung und Besonderheiten von Geruch wollen Wissenschaftler der Dresdner Uni nun anhand von Babyduft näher untersuchen. Unser Geruchssinn spielt eine wichtige Rolle bei zwischenmenschlichen Beziehungen - von klein auf.

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Die Bedeutung unseres Geruchssinns wird häufig unterschätzt. Durch ihn nehmen wir vieles anders wahr - im Positiven wie im Negativen. Wie es ohne ihn ist, kennen wir eventuell von einer schweren Erkältung. Dann lässt auch unser Geschmacksempfinden nach, weil es eng mit der Geruchswahrnehmung verknüpft ist. Dies erleben ebenfalls viele Covid-19-Patienten, deren Geruchs- und Geschmackssinn vorübergehend bzw. teilweise sogar längerfristig wegen der Corona-Infektion beeinträchtigt ist.

Geruch verbindet

Wissenschaftlerinnen aus Dresden wollen nun die Bedeutung und Besonderheiten des Dufts von Babys untersuchen. Es gehe um die Frage, in welcher Körperregion Babys am besten duften, wie diese Gerüche die Mutter-Kind-Bindung beeinflussen und ob sich Körperausdünstungen von Müttern und ihren Babys ähneln. Für eine entsprechende Familienstudie werden junge Mütter mit ihren bis zu zwölf Monate alten Kindern gesucht. Finanziert wird die Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

"Auch Babys verändern im Laufe der Zeit ihren Körpergeruch. In den ersten Lebensmonaten dient er offenbar vor allem dazu, die Bindung zur Mutter zu intensivieren", erklärt Dr. med. Laura Schäfer von der Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik des Uniklinikums. Studien belegten, dass Mütter mit Bindungsschwierigkeiten den Geruch ihres eigenen Kindes weniger bevorzugen und schlechter identifizieren können als Mütter ohne diese Schwierigkeiten. Viele Eltern hätten die Erfahrung gemacht, dass ihre Babys am Kopf besonders gut riechen. Auch dafür will man den wissenschaftlichen Beweis erbringen.

"Jeder Körpergeruch ist individuell, er stellt den olfaktorischen Fingerabdruck eines Menschen dar, der sich im Laufe des Lebens allerdings verändert. Vorangegangene Studien der Dresdner Wissenschaftler haben bereits gezeigt, dass sich mit dem Körpergeruch auch die wahrgenommene Attraktivität wandelt".

äin-red
Quelle: dpa