04.10.2019

Sinusitis: Was hilft bei entzündeten Nasennebenhöhlen?

Eine Nasennebenhöhlenentzüdnung kann verschiedene Ursachen haben. Bei einer chronischen Verlaufsform können Polypen der Auslöser sein.

Bei einer Nasennebenhöhlenentzündung schmerzt meist das ganze Gesicht. Zudem ist der Geruchssinn eingeschränkt und es kommen häufig Kopfweh und manchmal Fieber dazu.

Mediziner unterscheiden zwischen einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung und einer chronischen Sinusitis. Mit der chronischen Form haben Betroffene länger als zwölf Wochen zu kämpfen. Die akute Form ist häufiger und dauert höchstens drei Monate an. Bei 60 bis 80% der Betroffenen heilt sie unter medikamentöser Therapie innerhalb von zwei Wochen, nach sechs Wochen ist der Spuk bei fast allen vorbei. Abschwellendes Nasenspray als medikamentöse Therapie sollte man nicht länger als sieben Tage verwenden, weil es zu einem Gewöhnungseffekt führen kann und langfristig die Nasenschleimhaut schädigt.

Bei einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung ist es wichtig, ausreichend zu trinken. Zwei bis drei Liter täglich helfen, den Schleim zu verflüssigen. Gleiches gilt für Wärme, etwa in Form einer Rotlichtlampe. Hilfreich können auch Inhalieren und eine Nasendusche sein. Bei der Nasendusche wird der Nasenraum mit einer Kochsalzlösung ausgespült. Auch pflanzliche Mittel zum Einnehmen etwa Destillate aus Eukalyptus, Myrte oder Thymian sowie Extrakte aus Enzian, Primel und Eisenkraut können schleimlösend und entzündungshemmend wirken. Wenn die Erkrankung länger anhält oder besonders schlimm ist, bekommen die Patienten eventuell ein entzündungshemmendes cortisonhaltiges Nasenspray vom HNO-Arzt verordnet.

Antibiotika kommen zum Einsatz, wenn sich Bakterien ansiedeln, die schwere Komplikationen wie eine Hirnhautentzündung oder Blindheit verursachen können. Es sei allerdings ein Irrglaube, dass die frühzeitige Gabe von Antibiotika das präventiv verhindern kann.

Chronische Sinusitis durch Polypen

Helfen all diese Maßnahmen nicht, kann es sein, dass ein anatomisches Problem hinter der Dauerentzündung steckt: Eine verschobene Nasenscheidewand oder gutartige Wucherungen in der Nase - sogenannte Polypen - hindern den Schleim manchmal am Abfließen. Dann kommt eine Operation infrage. Bevor sie sich gleich unters Messer legen, sollten Patienten überlegen, die Meinung eines zweiten Arztes einzuholen, empfiehlt Prof. Leif Erik Walther, Experte des Deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte. "Ein solcher Eingriff ist nicht ungefährlich und gehört in die Hand eines erfahrenen HNO-Chirurgen, um Komplikationen, wie Blutungen und Verletzungen des Sehnerven oder der Schädelbasis zu vermeiden."

Nicht in jedem Fall ist die OP zudem wirklich notwendig. Polypen können manchmal wirksam mit Medikamenten behandelt werden. Auch wenn sie entfernt wurden, kann es sein, dass sie wieder wachsen. Ob das geschieht, sei kaum vorherzusagen, erläutert Prof. Walther. Betroffene sollten sich hierzu ausführlich von ihrem HNO-Arzt beraten lassen.

Im Falle einer Operation werden die betroffenen Stellen zunächst per Computertomografie abgebildet. So kann der Arzt genau sehen, was den Schleim am Abfließen hindert. Inzwischen wird die Abbildung anschließend oft in einen PC eingelesen, um dem Operateur die Navigation zu erleichtern. "Das soll die Sicherheit erhöhen", erklärt Prof. Walther. Bei dem Eingriff entfernt der Arzt die Polypen oder begradigt die Nasenscheidewand. Eine solche OP dauert zwischen 30 Minuten und vier Stunden und wird unter Vollnarkose durchgeführt.

Meistens bleiben die Patienten nach der OP vier bis fünf Tage im Krankenhaus. Eine Tamponade in der Nase soll währenddessen Nachblutungen verhindern. Hinterher wird man in der Regel für zwei bis drei Wochen krankgeschrieben und in der Zeit von seinem niedergelassenen Arzt weiter betreut. Der entfernt zum Beispiel die Kruste, damit sich keine Narben bilden, saugt das Sekret ab und kümmert sich um die Medikation.

Quelle: dpa, äin-red