22.01.2020

Pfeifferisches Drüsenfieber: Auch nach Abklingen der Symptome schonen

Während das Pfeiffersche Drüsenfieber bei Kindern meist harmlos verläuft, leiden junge Erwachsene oft unter starken Halsschmerzen, geschwollenen Lymphknoten und Müdigkeit. Selbst wenn Fieber und Halsentzündung abgeklungen sind, sollten sich Betroffene noch schonen.

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Müdigkeit und Appetitlosigkeit können erste Anzeichen für ein Pfeiffersches Drüsenfieber sein. Es folgen typischerweise Fieber, eine Schwellung der Lymphknoten sowie starke Halsschmerzen und Schluckbeschwerden aufgrund einer Rachen- bzw. Mandelentzündung. Viele Menschen haben die Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) bereits unbemerkt im Kindesalter durchgemacht. Bei Kindern verläuft die Erkrankung oft nahezu symptomlos und heilt in der Regel problemlos aus. Doch erkranken Menschen erst als Heranwachsende oder im jungen Erwachsenenalter kommt es meist zu einer ausgeprägten Symptomatik. Der Körper erholt sich nur langsam. Viele Pfeiffer-Patienten klagen wochenlang über anhaltende Erschöpfung, extreme Müdigkeit und Konzentrationsmangel. Eine Antibiotika-Therapie ist beim Pfeiffer-Drüsenfieber nicht angeraten bzw. nur sinnvoll, um eine Sekundärinfektion zu vermeiden. Bei schweren Symptomen und Verläufen kann sogar eine stationäre Behandlung notwendig sein.

Bei geschwollenen Lymphknoten, Abgeschlagenheit, Halsschmerzen und/oder Schluckbeschwerden sollten Betroffene einen HNO-Arzt aufsuchen. Er kann feststellen, ob das Pfeiffersche Drüsenfieber die Beschwerden verursacht. Liegt eine akute EBV-Infektion vor, müssen die Patienten unbedingt Ruhe einhalten, um den Körper nicht weiter zu belasten. Da auch die Milz meist betroffen ist, muss von sportlichen Aktivitäten für mindestens drei Wochen Abstand genommen werden. Durch eine Vergrößerung ist die Milz besonders verletzungsgefährdet. Eine Überbeanspruchung oder Stöße und Überdehnungen in Bauch oder Brust, wie sie bei Kontaktsportarten oder beim Krafttraining teilweise auftreten, können einen Milzriss oder eine Milzruptur verursachen.

Am häufigsten wird das Epstein-Barr-Virus durch Speichelkontakt übertragen, daher wird die Infektion auch umgangssprachlich als „Kuss-Krankheit" oder "Studentenfieber" bezeichnet. Wie bei Windpocken erkrankt man nur einmal im Leben am Pfeifferschen Drüsenfieber. Das Virus überdauert aber, wie bei Windpocken auch, „schlafend" im Körper. Bei starken Beeinträchtigungen des Immunsystems (Chemotherapie, AIDS-Erkrankung etc.) kann es, ähnlich wie bei einer Gürtelrose, reaktiviert werden und dann massive Probleme verursachen. Einen Impfstoff gegen EBV gibt es nicht.

äin-red, dpa