27.06.2018

Ohrgeräusche richtig einschätzen

Ein Pfeifen im Ohr ist zugegebenermaßen unangenehm. Meist verschwindet das Geräusch aber wieder. Dann gibt es keinen Grund zur Sorge. Hält es aber an und kommen andere Symptome wie ein "Wattegefühl" im Ohr dazu, sollte ein HNO-Arzt aufgesucht werden.

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Ohrgeräusche sind etwas recht Normales. Jeder hat sie, erklärt Prof. Birgit Mazurek, Direktorin des Tinnituszentrums an der Berliner Charité. Lärm, Stress, überbordende Emotionen - all das kann dazu führen, dass mehr Botenstoffe in den Hörsinneszellen ausgeschüttet werden als normalerweise. Jede Hörwahrnehmung wird ins Gehirn geleitet. Dort werden in der Regel unwichtige Geräusche herausgefiltert. Schon kleinste Störungen im Hörsystem können aber dazu führen, dass der Filter nicht richtig funktioniert. Dann nimmt der Mensch das Geräusch wahr: etwa ein Rauschen, Knistern, Piepen, Pfeifen, Pulsieren - jeder etwas anderes. Jeder auf einer anderen Frequenz.

Was also tun?

In den allermeisten Fällen verschwindet das Geräusch nach kurzer Zeit wieder. Dann bleibt die Frage: Was hat das Geräusch ausgelöst - laute Musik etwa oder vielleicht zu viel Stress? Wer das Geräusch als unangenehm empfindet, kann versuchen, solche Auslöser zu meiden. 

Ob ein Ohrgeräusch chronisch wird, hängt auch davonab, wie viel Bedeutung man ihm zumisst. Löst es Angst aus? Ist jemand davon sehr genervt oder neigt ohnehin zu depressiven Verstimmungen? Dann kann es passieren, dass das Geräusch im Gehirn gespeichert wird. Bleibt es drei Monate lang, gilt es als chronisch. Eine Krankheit ist ein Tinnitus nur, wenn Betroffene sich davon stark eingeschränkt fühlen.

Bei anhaltenden Ohrgeräuschen oder beim Auftreten weiterer Symptome wie einem Druckgefühl bzw. Wattegefühl im Ohr und Hörbeeinträchtigungen, sollte in jedem Fall ein HNO-Arzt aufgesucht werden.

Quelle: dpa