28.04.2016

Mit Mittelohrentzündung lieber nicht fliegen

Mit schweren Infekten können Flugreisen zur Qual werden. Denn der Druckausgleich gelingt kaum mehr. Wer kann, verzichtet auf den Flug...

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Akute Infekte mit Fieber oder entzündetem Mittelohr können bei Flugreisen zur Qual werden. Denn aufgrund der zugeschwollenen Ohrtrompete gelingt kein Druckausgleich mehr, erläutert Prof. Gerhard Hesse. Die Ohrtrompete verbindet den Rachenraum mit dem Mittelohr. "Während des Flugs kann man dort große Schmerzen bekommen, gegen die man kaum etwas machen kann", erklärt Prof. Hesse. Aus dem Grund rät er dazu, mit akuten Infekten lieber auf Flugreisen zu verzichten. "Gerade Kinder leiden unter den Schmerzen extrem und schreien." Bei ihnen schwellen die Ohrtrompeten eher zu, da sie schmaler sind als bei Erwachsenen.

Schäden am Ohr oder eine Verschlimmerung des Infekts löst eine Flugreise dagegen nicht aus. Es sei ein reines Schmerzthema, betont der Experte. Wer erkältet in einen Flieger steigt, sollte Nasentropfen im Handgepäck haben. Die helfen am besten, weil die Tropfen - etwa im Gegensatz zu Nasenspray - bis in den Rachen zur Ohrtrompete fließen und dort abschwellend wirken. Bei starken Schwellungen, wie sie zum Beispiel bei einer Mittelohrentzündung auftreten, helfen aber laut Prof. Hesse auch die Tropfen häufig nicht.

Bei gesunden Menschen, aber auch bei Reisenden mit nur leichtem Infekt, kann gegen den typischen Druck auf dem Ohr häufiges Schlucken helfen. Kaugummis zum Beispiel unterstützen durch die Kaubewegungen beim Druckausgleich. Auch das sogenannte Auspusten hilft - man hält sich die Nase zu und versucht gleichzeitig, durch diese auszuatmen. Dadurch wird die Ohrtrompete geöffnet.

Quellen: Dt. Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirugie, dpa

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