29.10.2012
Lärmschutz beugt dauerhaften Gehörschäden vor
Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden aufrgrund massiven Freizeitlärms unter Hörproblemen, die nicht mehr reversibel sind. Maßnahmen, die das Gehör schützen, sind daher von klein auf wichtig...
Etwa 14 Millionen Menschen in Deutschland sind schwerhörig. Immer mehr Kinder und Teenager leiden unter Hörschäden durch Freizeitlärm. So können unter anderem Spielzeugwaffen und zu lautes Musikhören das Gehör dauerhaft schädigen. Einmal eingetretene Hörschäden sind nicht mehr heilbar und Betroffene ihr Leben lang dadurch beeinträchtigt. Lärmschäden am Gehör lässt sich jedoch vorbeugen. Welche Maßnahmen aus Sicht des HNO-Arztes zum Lärmschutz im Kindes- und Jugendalter notwendig sind, diskutieren Experten auf der 46. Fortbildungsveranstaltung für HNO-Ärzte vom 1. bis 3. November 2012 in Mannheim.
Damit Kinder richtig sprechen lernen und sich altersgemäß entwickeln, müssen sie gut hören können. Immer mehr Kinder und Teenager leiden jedoch unter Schwerhörigkeit durch Lärmeinwirkung. Oft sind laute Spielzeuge, Feuerwerkskörper sowie häufiges und lautes Musikhören über Kopfhörer, in Diskotheken bzw. Clubs oder auf Live-Konzerten die Ursachen für Hörprobleme und dauerhafte Hörschäden. 100 Dezibel und mehr werden hierbei schnell erreicht. Das entspricht etwa einem Presslufthammer in wenigen Metern Entfernung. „Bereits ab 85 Dezibel werden die empfindlichen Sinneszellen im Ohr geschädigt", sagt Prof. Stefan Dazert, Dozentenkanzler der Deutschen Fortbildungsgesellschaft der Hals-Nasen-Ohrenärzte mbH und Direktor der HNO-Klinik der Ruhr-Universität in Bochum. Er betont: „Einmal am Gehör eingetretene Lärmschäden sind nicht mehr heilbar!"
„Besonders gefährdend ist Lärm mit Schalldruckspitzen", so Prof. Dazert. Spielzeuge wie Kinderpistolen, Knackfiguren oder Trillerpfeifen erzeugen hohe Schalldruckpegel. Sie schädigen schon bei kurzer Einwirkung das Innenohr. Betroffene Kinder und Jugendliche nehmen ihre Lärmschwerhörigkeit selbst oft lange Zeit nicht bewusst wahr. Diese fällt zunächst meist Eltern, Lehrern oder Freunden auf. Prof. Dazert erläutert: „Wenn ein Kind zum Beispiel auffällig lauter als andere spricht, vorrangig ein bestimmtes Ohr einer Geräuschquelle zuwendet oder im Gespräch häufig nachfragt, sollte es beim HNO-Arzt einen Hörtest absolvieren." Der Test weist eine etwaige Schwerhörigkeit anhand einer Hörkurve nach.
„Lärmschäden können verhindert werden, indem Lärmquellen abgeschaltet oder verändert werden. Zum Beispiel sollten elektroakustische Geräte beim Abspielen von vornherein keine kritischen Lautstärken ermöglichen", so der HNO-Arzt. Auch eine Änderung des Umganges mit Lärm durch ein bewusstes Hörverhalten könne Hörschäden vermeiden. Hilfestellung biete auch die kostenlose „LärmApp" des Berufsverbandes der HNO-Ärzte. Prof. Dazert erklärt: „Die ‚LärmApp' ist eine Anwendung für Mobiltelefone, die den Geräuschpegel in Dezibel/dB am jeweiligen Standort misst und die Intensität der Belastung anzeigt. Zudem gibt sie Informationen zur Lärmschädigung, zum Erkennen von Hörschäden und zum Lärmschutz."
LärmApp zum kostenlosen Download:
- Android-Smartphone: https://play.google.com/store/apps/details?id=de.monks.laermApp
Quelle: Pressemitteilung der Dt. Fortbildungsgesellschaft der Hals-Nasen-Ohrenärzte mbH
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