27.07.2015

Immer mehr Kinder brauchen Sprachtherapie

Seit Jahren nehmen die Verordnungen für Sprachtherapien im Kindesalter zu, die Ursachen hierfür sind vielfältig...

Seit Jahren nehmen die Verordnungen für Sprachtherapien im Kindesalter  zu, wie die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz mitteilt. Mittlerweile erhält durchschnittlich rund jedes achte Kind bis 14 Jahre im Land eine entsprechende Therapie. Im vergangenen Jahr wurden in Rheinland-Pfalz rund 51.000 entsprechende Verordnungen für Kinder ausgestellt, 5,3% mehr als noch 2011. Die Kosten für die Behandlungen stiegen im gleichen Zeitraum GKV-weit um 14% auf 16,6 Millionen Euro. Die meisten Sprachtherapien entfallen auf die Altersgruppe der 5- bis 9-Jährigen. In 2014 lag deren Anteil bei über 70%.
 
Im Vergleich mit anderen Bundesländern werden in Rheinland-Pfalz überdurchschnittliche viele Verordnungen für Sprachtherapien ausgestellt. Bundesweit lag die Zahl der Rezepte je 1.000 Kinder bis 14 Jahre durchschnittlich bei 114, in Rheinland-Pfalz waren es hingegen 123 - also 8% mehr. Die meisten Sprachtherapien werden mit 143 Verordnungen in Hamburg verschrieben.

Störungen der Sprachentwicklung im Kindesalter können gravierende Auswirkungen haben, insbesondere auf das Lesen- und Schreiben-Lernen sowie auf das Sprachverständnis. Eine Sprachentwicklungsverzögerung kann zahlreiche Ursachen haben wie beispielsweise ein eingeschränktes Hörvermögen oder eine allgemeine Entwicklungsverzögerung. Diskutiert wird in Fachkreisen auch immer wieder der Zusammenhang von Fernsehen- und Medienkonsum im Kindesalter mit der verzögerten Entwicklung der Sprache. Schon 3- bis 5-Jährige Kinder sitzen durchschnittlich rund 82 Minuten vor dem Fernseher, berichtet die TK mit Bezug auf das Bundesfamilienministerium. Empfohlen sind in dieser Altersgruppe nicht mehr als 30 Minuten pro Tag.

Quelle: Techniker Krankenkasse (TK) in Rheinland-Pfalz

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