19.04.2012
Chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen: Ursache ist therapieentscheidend
Bei Verdacht auf eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung ist eine umfangreiche HNO-ärztliche Diagnostik wichtig. Denn die Ursache entscheidet über das weitere therapeutische Vorgehen...
Leiden Erwachsene unter einer dauerhaft eingeschränkten Nasenatmung, Riechstörungen und Abgeschlagenheit sowie wiederholtem Kopfweh oder Druckschmerz der Nasennebenhöhlen liegt der Verdacht auf eine chronische Entzündung der Nasennebenhöhlen nahe. Derartige Beschwerden sollten vom HNO-Arzt abgeklärt werden. „Um die Ursache einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung festzustellen, bedarf es einer umfangreichen Diagnostik. Allergisch bedingte Schleimhautschwellungen, Polypen, Vernarbungen oder anatomisch bedingte Verengungen können zu dieser anhaltenden Symptomatik führen. Eine genaue Anamnese, eine eingehende Untersuchung des Naseninneren (Rhinoskopie), der Nebenhöhlen, eine Nasen-Durchflussmessung, ein Allergie- und ggf. ein Geruchstest führen jedoch in den meisten Fällen zu einer Diagnose. Bei chronischen Entzündungen kann auch eine zusätzliche Computertomografie erforderlich sein“, erklärt Dr. Jan Löhler vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.
Bei allergisch bedingten chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen ist meist eine Kortison-Behandlung angeraten, um die entzündete Nasenschleimhaut zu beruhigen. „Liegen allerdings andere Faktoren wie eine anatomisch verursachte Beeinträchtigung der Nasenatmung, z.B. aufgrund einer schiefen Nasenscheidewand, vergrößerter Nasenmuscheln, zu enger Übergänge zwischen Nase und Nebenhöhlen oder durch Polypen vor, hilft meist nur eine Operation. In vielen Fällen kann nur so die Belüftung der Nebenhöhlen wieder normalisiert werden“, rät der niedergelassene HNO-Arzt aus Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein. Der chirurgische Eingriff erfolgt schonend per Endoskop oder Mikroskop in Narkose, in der Regel ist hierzu ein stationärer Aufenthalt von ca. 5 Tagen notwendig. „Lassen Sie sich am besten von Ihrem HNO-Arzt ausführlich hierzu beraten. Viele niedergelassene HNO-Ärzte sind erfahrene Operateure und verfügen über so genannte Belegbetten in einer nahegelegenen Klinik. Dort führen sie die Operation selbst durch, so dass Ihre Behandlung in vertrauten Händen bleibt“, ergänzt Dr. Löhler abschließend.
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