23.04.2019

Tag gegen Lärm: Momente der Stille zum Ausgleich

Am 24. April 2019 findet der 22. Internationale Tag gegen Lärm mit dem Motto "Alles laut oder was?" statt. Anlässlich diesen Tages ruft der Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte dazu auf, sich Lärmbelastung regelmäßig bewusst zu machen.

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Lärm schadet dem Gehör, das weiß jeder. Aber wie viel Lärm ist zu viel? Moderater Dauerlärm über acht Stunden hat unter Umständen die gleiche schädliche Wirkung wie 90 Minuten Heavy Metal-Konzert. Einen genauen Schwellenwert für bleibende Schäden gibt es dabei nicht, höchstens Durchschnittswerte. "Es geht immer um die Gesamtenergie, die auf das Hörorgan einwirkt. Und die berechnet sich aus dem absoluten Schallpegel und der Dauer", Dr. Michael Deeg, Pressesprecher vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte

Deshalb sollte jeder, der zumindest ab und zu Lärm ausgesetzt ist, auf die Alarmzeichen achten: ein dumpfes Gefühl, Hören wie durch Watte, dauerhaftes Fiepen. Spätestens dann ist es an der Zeit, dem Ohr eine richtige Ruhepause zu gönnen - an einem Ort, an dem es möglichst still ist. Dr. Deeg vergleicht die Sinneshärchen im Innenohr mit einem Kornfeld: "Wenn da nach einem Sturm ein paar Halme umgeknickt sind, richten die sich mit etwas Windstille und Sonnenschein auch wieder auf. Stürmt es dagegen dauerhaft oder zu heftig, geht irgendwann auch der Schaden nicht mehr weg. Genau so ist es auch mit dem Hörvermögen."

Pünktlich zum 22. Tag gegen Lärm möchten die Hals-Nasen-Ohrenärzte, die in den Praxen eine zunehmende Zahl jüngerer schwerhöriger Patienten beobachten, für das Thema "Lärm" sensibilisieren.

LärmApp als Orientierungshilfe für akute Lärm-Belastung

Um sich den fast ständigen Lärmpegel um einen herum bewusst zu machen, empfiehlt der HNO-Berufsverband die von ihm entwickelte LärmApp. Die LärmApp misst den Geräuschpegel am jeweiligen Standort und zeigt nach dem Ampel-Prinzip die Intensität der Belastung an. Zudem informiert sie, wie Lärm dem Gehör schadet, welche ersten Anzeichen man bei Hörschäden bemerkt und wie sich optimaler Lärmschutz gestaltet.

LärmApp im AppStore

LärmApp bei Google Play

Hier ist es #zuLAUT – ein Crowd-Science-Projekt im Südwesten

Wie laut ist es in den Straßen im Südwesten? Wo überschreitet der Verkehrslärm die Zumutbarkeit? Der SWR ruft Zuschauer, Hörer und User dazu auf, selbst zu messen und verbreitet die Ergebnisse in einer interaktiven Karte. Dazu bietet der Sender Recherchen, Geschichten, Hintergrundinformationen und Service an.
Der Straßenverkehr ist seit langem die dominierende Lärmquelle in Deutschland. Umfragen zeigen, dass sich etwa 60% der Bevölkerung von ihm gestört fühlen, 12% sogar stark oder äußerst stark. 16% der Deutschen sind nach Berechnungen des Umweltbundesamts Belastungen ausgesetzt, die gesundheitliche Gefährdungen wie die Erhöhung des Herzinfarktrisikos mit sich bringen. Nach dem großen Erfolg von #Abgasalarm, der größten Messaktion im Südwesten (Bremer Fernsehpreis für die gelungenste Zuschaueraktion) stößt der SWR nun ein neues „Crowd Science“-Projekt an. Reporterinnen und Reporter dokumentieren an journalistisch ausgewählten Orten die Messungen vor Schulen, Krankenhäusern und KiTas sowie in Kurorten und Wohngebieten. Sachverständige überwachen das Messverfahren.

https://www.swr.de/unternehmen/kommunikation/pressemeldungen/Datenjournalismus-Hier-ist-es-zu-laut,datenjournalismus-hier-ist-es-zu-laut-110.html

Quellen: äin-red, dpa, tag-gegen-laerm.de