27.09.2012

Starke Grippe-Welle droht

Die kommende Grippe-Welle könnte laut Expertenmeinung viele treffen. Die derzeitigen Grippe-Fälle in Australien lassen Schlimmes vermuten...

Experten befürchten im kommenden Winter eine starke Grippe-Welle in Deutschland. "Darauf deuten die doppelt so hohen Krankheits- und Todesfälle sowie Krankenhausauseinweisungen in Australien hin, wo derzeit Grippezeit ist", erklärt der Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten, Prof. Peter Wutzler, anlässlich des Deutschen Influenza-Kongresses in Erfurt. Begünstigt werde eine Grippe-Welle von der mangelnden Impfbereitschaft vieler Deutschen. Durch die vergangenen zwei milden Winter mit relativ wenig Erkrankungen seien zudem weite Kreise der Bevölkerung nicht immunisiert. Die Mediziner raten vor allem alten und kranken Menschen, sich im Herbst impfen zu lassen.

Die Gefährlichkeit der Seuche Influenza werde oft unterschätzt, warnte Prof. Wutzler. Weltweit gebe es pro Jahr an die 100.000 Todesfälle, in Deutschland seien es im Schnitt 5.000 bis 8.000. Grippe habe nicht nur persönliche, sondern auch gesellschaftliche Folgen. Allein 2011/2012 gab es nach Schätzungen des Berliner Robert Koch-Instituts 2,1 Millionen grippebedingte Arztbesuche und 800.000 Krankschreibungen. Grippe-Wellen verlaufen jedoch von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark. "Im Winter 1995/1996 starben allein in Deutschland 30.000 Menschen", sagte Dr. Jan Leidel, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission.

Mit Sorge betrachten die Ärzte, dass sich zu wenig Menschen vorbeugend impfen lassen: Bei Menschen über 60 Jahre sei es nur die Hälfte, bei chronisch Kranken 40%, bei medizinischem Personal nicht einmal jeder Dritte. Damit bleibe Deutschland deutlich unter den von der EU angestrebten Ziel von jeweils 75% zurück. Für diesen Winter seien mindestens zwölf Millionen Impfdosen freigegeben - eine ausreichende Menge.

Dr. Michael Pfleiderer vom Paul-Ehrlich-Institut kündigte immer differenziertere Impfstoffe für Kinder, Erwachsene und alte Menschen an. Bereits jetzt gebe es eine Vielzahl an Neuentwicklungen, die jedoch noch nicht in der Breite eingesetzt würden. Kleinkinder, die noch nie mit Grippe-Viren in Berührung gekommen seien, brauchten eine Grundimmunisierung, Erwachsene zumeist nur eine Auffrischung, Rentner  jedoch wieder eine hohe Dosis.

Bei Fragen zum Impfen im Allgemeinen können Sie sich auch im Internet an Experten wenden. Diese beantworten kostenlos Ihre persönlichen Fragen: www.impfenimdialog.de

Quelle: dpa

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