HNO-Arzt Bremerhaven - Harm Ahlers

Harm Ahlers

Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

Borriesstr. 1
27570 Bremerhaven

Tel.: 0471-27828
Fax: 0471-4834742

Wissenswertes über den Gemeingebrauch des Badens in der Weser vor Bremerhaven

 

(Gezeitenkalender)

1. Über den Gemeingebrauch und die grundrechtlich geschützte allgemeine Handlungsfreiheit
2. Landesrechtliche Situation
3. Bundesrechtliche Situation
4. Zwielichtiger Umgang der Stadtgemeinde Bremerhaven mit dem landes- und bundesrechtlich eingeräumten Gemeingebrauch
5. Zwielichtiges Verhalten von SPD und CDU
6. Wo und wie kann man gemeingebräuchlich weitgehend ungefährdet in der Weser baden und schwimmen?
7. Welche rechtlichen Vorgaben müssen beim gemeingebräuchlichen Baden und Schwimmen beachtet werden?
8. Wie wird das Revier gemäß Gutachten "Baden in der Weser" (Franzius-Institut der Universität Hannover, 2003) und ergänzender Stellungnahme der DHI-WASY GmbH bewertet?
9. Inwiefern muss beim gemeingebräuchlichen Baden und Schwimmen in der Weser mit Beeinträchtigungen durch die Polizei gerechnet werden?
10. Welche haftungsrechtlichen Risiken bestehen für Magistrat und Badbetreiberin?
11. Wie kann die Stadtgemeinde Bremerhaven ein gemeingebräuchliches Baden und Schwimmen vor dem Bremerhavener Sandstrand ermöglichen?


1. Über den Gemeingebrauch und die grundrechtlich geschützte allgemeine Handlungsfreiheit

Gemäß Beschluss der 5. Kammer des Bremer Verwaltungsgerichts vom 23.03.2009 unterfällt das Baden unstreitig dem wasserrechtlichen Gemeingebrauch und gibt dem Bürger ein Teilhaberecht und damit einen Anspruch auf Unterlassung von rechtswidrigen Beschränkungen und Behinderungen des individuellen Gemeingebrauchs. Mit Blick auf die grundrechtlich geschützte allgemeine Handlungsfreiheit gemäß Art. 2 I GG müssen sich entsprechende Verbotsregelungen am Verhältnismäßigkeitsgrundsatz messen lassen. Gemäß erstem Leitsatz zum Urteil des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts vom 22. Februar 2011 - 1 BvR 699/06 – unterliegen sowohl der Magistrat als öffentliche Hand als auch die von ihm beaufsichtigte privatrechtlich organisierte Bädergesellschaft Bremerhaven mbH einer entsprechenden Grundrechtsbindung.
Dementsprechend sind die betreffenden Beschlüsse von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung zur anhaltenden Verhinderung der Freigabe des landesrechtlich eröffneten gemeingebräuchlichen Badens und Schwimmens vor dem Bremerhavener Sandstrand grundrechtswidrig, solange keine entsprechenden verhältnismäßigen Gründe präsentiert werden. Unterdessen können weder der Magistrat noch die von ihm beaufsichtigte Bädergesellschaft Bremerhaven mbH ihre Verbotspraktik mit verhältnismäßigen Gründen rechtfertigen, welche vielleicht vom Umweltsenat bei der Überprüfung des früheren generellen Badeverbotes auf Verhältnismäßigkeit übersehen worden seien.

Nach Überzeugung der Weserschwimmer-Bewegung muss die Stadtgemeinde Bremerhaven das gemeingebräuchliche Baden und Schwimmen in der Weser vor Bremerhaven als einfachste und kostengünstigste Variante zumindest wie unter 11. detailliert beschrieben eröffnen, um dem landesrechtlich eröffneten gemeingebräuchlichen Schwimmen und Baden in der Weser gemäß Verordnung zur Regelung des Gemeingebrauchs an Gewässern im Land Bremen in Verbindung mit § 14 Bremisches Wassergesetz und § 25 Wasserhaushaltsgesetz zu entsprechen.


2. Landesrechtliche Situation

Auf der dem Bremerhavener Sandstrand vorgelagerten, tidebeeinflussten Wasserfläche besteht seit 2013 in landesrechtlicher Hinsicht kein Bade-bzw. Schwimmverbot mehr; denn mit Erlass der am 1. Juli 2013 in Kraft gesetzten Verordnung zur Regelung des Gemeingebrauchs an Gewässern im Land Bremen in Verbindung mit § 14 Bremisches Wassergesetz und § 25 Wasserhaushaltsgesetz verfügte der Bremer Umweltsenat als obere Wasserbehörde des Hansestadt Bremischen Hafenamtes nach Untersuchung des betreffenden Reviers die Aufhebung des 1967 aus gewässerhygienischen Gründen eingesetzten Badeverbotes und zog damit die Konsequenzen aus einem von der Weserschwimmer-Bewegung angeschobenen Verwaltungsgerichtsverfahren. Demnach erachtet es die umweltsenatorische Dienststelle nicht als ihre Aufgabe, den Einzelnen vor den üblichen Gefahren, welche mit dem Baden in Fluss- und Tidegewässern normalerweise verbunden sind, durch absolute Verbote zu bewahren. Ansonsten verlöre der grundrechtlich eingeräumte Gemeingebrauch seinen Sinn.


3. Bundesrechtliche Situation

Der Gewässerabschnitt vor dem Weserstrandbad am westlichen Weserufer beim Strom-km 66 ist kein „Fahrwasser“ gemäß § 2 Abs.1 Nr.1 Seeschifffahrtsstraßenordnung und es kann dort unter Berücksichtigung der Beschränkungen gemäß § 3 Verordnung über das Baden in Bundeswasserstraßen Weser, Lesum und Hunte gemeingebräuchlich gebadet und geschwommen werden.


4. Zwielichtiger Umgang der Stadtgemeinde Bremerhaven mit dem landes- und bundesrechtlich eingeräumten Gemeingebrauch

Die Stadtgemeinde Bremerhaven (Magistrat) lässt den kompletten, in ihrem Eigentum befindlichen Wesersandstrand zwischen Geestenordmole und nördlich installiertem Zaun von der von ihr beaufsichtigten Bädergesellschaft Bremerhaven mbH als sogenanntes "Weser-Strandbad" gebührenpflichtig mit Badeverbot betreiben, indem der Gang in das Fließgewässer per privatrechtlich motivierter Strandordnung untersagt wird. Mit dieser Privatrechtslücke unterspült die Bädergesellschaft Bremerhaven mbH den Sinn des landesrechtlich eröffneten, gemeingebräuchlichen Badens bzw. Schwimmens. Zweifelhafte Vorwände für die offenkundig unverhältnismäßige Verbotspraktik liefert Oberbürgermeister Grantz in der Magistratsmitteilung vom 7. Juni 2013 (siehe Badeverbot am Weser-Strandbad bleibt bestehen), in welcher er fälschlicherweise behauptet, die Verordnung zur Regelung des Gemeingebrauchs an Gewässern im Land Bremen sei vom Senator für Bau, Umwelt und Verkehr als oberster Wasserbehörde erlassen worden, "ohne die Besonderheiten im Bereich des Weser-Strandbades gesondert zu prüfen". Zum anderen argumentiert das Magistratsoberhaupt mit den üblichen, mit dem Baden in Fluss- und Tidegewässern normalerweise verbundenen Gefahren, welche allerdings von der oberen Wasserbehörde des Hansestadt Bremischen Hafenamtes für ein Festhalten am Badeverbot als unverhältnismäßig erachtet werden.
Wie hier zu lesen ist, lautet die Sichtweise des Magistrats weiterhin wie folgt: „Wegen der unberechenbaren Strömungsverhältnisse sei das Baden zu gefährlich und das Badeverbot erforderlich“. Und der Oberbürgermeister betont mehrfach, alle vorliegenden Gutachten hätten immer wieder bescheinigt, dass das Baden an dieser Stelle durch die Strömungsverhältnisse und den Schiffsverkehr lebensgefährlich sei. Beide Äußerungen sind falsch und führen die öffentliche Meinung in die Irre; denn weder das relevante, vom Franzius-Institut der Universität Hannover erstellte Gutachten „Baden in der Weser“ nebst dazu ergänzender Stellungnahme der DHI-WASY GmbH (siehe auch 8.) noch die Revieruntersuchung des Umweltsenates auf Verhältnismäßigkeit des damaligen Verbotes stützen die Sichtweise des Magistrats.
Des Weiteren hatte der Magistrat die Stadtverordnetenversammlung am 10. Juli 2014 veranlasst, die lediglich privatrechtlich konstruierte, jedoch unverhältnismäßige, mithin grundrechtswidrige Weserbadeverbotsfloskel per parlamentarischer Mehrheitsabstimmung absegnen zu lassen. Im Vorfeld dieser insofern grundrechtswidrigen kommunalen Mehrheitsbeschlussfassung hatten insbesondere CDU und SPD wiederholt mit unqualifizierten Äußerungen negative Stimmung gegen ein Baden in der Weser geschürt. Nach Recherche der Weserschwimmer-Bewegung gibt es keine senatorische, aufsichtführende Dienststelle, die den zweifelhaften Umgang der Bremerhavener Gemeindeverwaltung mit der geltenden bremischen Gemeingebrauchsverordnung überwachen könnte.


5. Zwielichtiges Verhalten von SPD und CDU

Es gab mal Zeiten, als CDU und SPD noch für die Freigabe des Badens und Schwimmens vor dem Sandstrand politisierten. So hatte die Stadtverordnetenversammlung aufgrund des gemeinsamen Dringlichkeitsantrages Nr. 257 der Fraktionen von SPD und CDU in ihrer Sitzung am 13.02.2003 beschlossen den Magistrat aufzufordern, zu überlegen und darzulegen, unter welchen Voraussetzungen (Aufwand und Kosten) im Weserbad das Baden in der Weser wieder ermöglicht werden kann. Daraufhin hatte der Magistrat bei der Wasserbehörde des Hansestadt Bremischen Hafenamtes einen Antrag auf Aufhebung des Badeverbotes gestellt, welcher aber von dort mit Schreiben vom 15.12.2004 aus Sicherheitsgründen abgelehnt wurde. Das störte weder die SPD noch die CDU. Spätestens nachdem der Umweltsenat als obere Wasserbehörde des Hansestadt Bremischen Hafenamtes aus Anlass eines von der Weserschwimmer-Bewegung angeschobenen Verwaltungsgerichtsverfahrens das Revier am rechten Weserufer bei Strom-km 66 (Bremerhavener Sandstrand) auf Verhältnismäßigkeit des Verbotes überprüft und daraus resultierend das vormalige generelle Bade- und Schwimmverbot ebendort in 2014 aufgehoben hatte, waren SPD und CDU gar nicht mehr glücklich. Seitdem nehmen sie gemeinsam mit dem Magistrat jede Gelegenheit wahr, die vom Umweltsenat als unverhältnismäßig erachteten Verbotsgründe zur Rechtfertigung der Verbotspraktik herumzutönen. Unterdessen sind sie nicht in der Lage, ihre wiederholt medienwirksam geäußerten "Sicherheitsbedenken" anhand des vom Franzius-Institut der Universität Hannover erstellten Gutachtens „Baden in der Weser“ sowie der dazu ergänzenden Stellungnahme der DHI-WASY GmbH fundiert zu begründen.


6. Wo und wie kann man gemeingebräuchlich weitgehend ungefährdet in der Weser baden und schwimmen?

Innerhalb der Bucht zwischen Geestemündung und Seebäderkaje ist ein weitgehend ungefährdetes Baden und Schwimmen nur vor dem Sandstrand möglich. Daher wird ausdrücklich empfohlen es ausschließlich dort zu tun. In diesem Bereich kann wasserstandsbedingt ungefähr zweieinhalb Stunden vor bis zwei Stunden nach örtlichem Tidehochwasser gebadet und geschwommen werden (Hochwasserzeiten: siehe Gezeitenkalender). Aufgrund von Bodenverunreinigungen mit Verletzungsgefahr ist das Tragen von Schwimmschuhen empfehlenswert. Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Leistungsvermögen nicht überschätzen! Durch Gezeiten, Wind und Schifffahrt verursachte Strömungen und Wellen können Schwimmer gefährden. Unglückliche Verkettungen extremer Einzelereignisse können die Strömungen und Wellen überlagern und übertreffen. Vorsicht ist vorrangig geboten bei hohen und brechenden Windwellen sowie überraschend auftretenden Schiffswellen. Es wird empfohlen, sich im ufernahen Flachwasser aufzuhalten, wo man stehen kann.
Der Magistrat empfiehlt denjenigen, die auf eigenes Risiko in der Weser schwimmen möchten, dies nördlich des Sandstrands vom Deich aus zu tun (siehe Antwort des Magistrats auf die Anfrage 24/2018 von Prof. Dr. Hauke Hilz vom 12.03.2018 zum Thema "Schwimmen am Weser-Strandbad (FDP)". Die Weserschwimmer-Bewegung warnt aufgrund des dortigen hohen Unfallrisikos ausdrücklich davor, den Gang ins Wasser gemäß Magistratsempfehlung über die nördlich des Sandstrands gelegene Steinböschung zu wagen.


7. Welche rechtlichen Vorgaben müssen beim gemeingebräuchlichen Baden und Schwimmen beachtet werden?

Im Bereich des Bremerhavener Wesersandstrands kann nach der Verordnung zur Regelung des Gemeingebrauchs an Gewässern im Land Bremen (siehe 2.) unter Einhaltung der Vorschriften der Verordnung über das Baden in Bundeswasserstraßen Weser, Lesum und Hunte (siehe 3.) gemeingebräuchlich gebadet und geschwommen werden. Demgemäß dürfen sich Schwimmer zu keinem Zeitpunkt westlich der Verbindungslinie zwischen Geesteeinfahrt und Südende der Seebäderkaje aufhalten, d.h. das Baden und Schwimmen im Fahrwasser ist verboten. Im Süden ist ein Sicherheitsabstand von mindestens 100 m zur Geesteeinfahrt sowie mindestens 20 m zur Molenmauer einzuhalten. Im Norden ist ein Sicherheitsabstand von mindestens 50 m zum Südende der Seebäderkaje sowie mindestens 20 m zur Steinböschung vor dem Deichverteidigungsweg einzuhalten.


8. Wie wird das Revier gemäß Gutachten "Baden in der Weser" (Franzius-Institut der Universität Hannover, 2003) und ergänzender Stellungnahme der DHI-WASY GmbH bewertet?

Die Ausführungen des Magistrats zu den Revierverhältnissen spiegeln die Ergebnisse des vom Franzius-Institut der Universität Hannover erstellten Gutachtens „Baden in der Weser“ irreführend und nicht zutreffend wider. Dies ist aber unerheblich, da der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr im Zuge seiner Untersuchung des betreffenden Reviers unter Berücksichtigung des vom Franzius-Institut gefertigten Gutachtens sowie der dazu ergänzenden Stellungnahme der DHI-WASY GmbH eine Unverhältnismäßigkeit des vormaligen generellen Bade- und Schwimmverbotes festgestellt hat und dementsprechend das gemeingebräuchliche Baden und Schwimmen am rechten Weserufer bei Strom-km 66 (Wesersandstrand) gemäß §3 Abs. 1 der Verordnung zur Regelung des Gemeingebrauchs an Gewässern im Land Bremen auf eigene Gefahr zulässt. Gemäß Gutachten „Baden in der Weser“ des Franzius-Instituts der Universität Hannover treten im Laufe einer regulären Tide (Spring- und Nipptide) im untersuchten Bereich vor dem Wesersandstrand, welcher der zum Baden und Schwimmen empfohlenen, schlickarmen Wasserfläche entspricht, keine aus Tide und Oberwasserzufluss resultierende Strömungsgeschwindigkeiten über 0,4 m/s von Süd nach Nord auf. Die Behauptung, es seien vom Gutachter im Untersuchungsbereich konstante Strömungsgeschwindigkeiten von bis zu 5 km/h errechnet worden, ist falsch. Infolge von Schiffspassagen treten kurzfristig welleninduzierte Strömungen weitgehend senkrecht zum Ufer auf und addieren sich nicht zu den tideinduzierten Strömungen. Die vom Gutachter registrierten Schiffspassagen verursachten im Untersuchungsgebiet, unabhängig vom Abstand zu den Messpunkten, keine signifikanten Sog- und Schwalleffekte. Vor dem Wesersandstrand kann bis zu einer Windstärke von ca. 6 Bft. weitgehend ungefährdet gebadet und geschwommen werden. Dem Bericht der Universität Hannover zufolge werden Badende durch Windwellen bei starken Winden (7 Bft., 16 m/s) insbesondere bei Wind aus Nord-West (300°) gefährdet. Dieses Gefährdungspotential tritt vorrangig im Bereich der brechenden Wellen durch die vom Franzius-Institut dargestellte komplexe Überlagerung von wind- und schifffahrtsbedingten, periodischen Strömungen quer zum Ufer auf. Das Wellenbrechen findet vorrangig im Bereich geringer Wassertiefen statt (< 1 m). Die vom Franzius-Institut dargestellten windbedingten Gefahren können weitgehend ausgeschlossen werden, indem über eine Hinweistafel ab Windstärken um 3 Bft. bei Wind aus Nord-West (300°) bis Süd-West (225°) ein Badeverbot für ungeübte Schwimmer sowie ab Windstärken um 7 Bft. insbesondere bei Wind aus Nord-West oder Süd ein generelles Badeverbot zur Kenntnis gegeben wird.


9. Inwiefern muss beim gemeingebräuchlichen Baden und Schwimmen in der Weser mit Beeinträchtigungen durch die Polizei gerechnet werden?

Von Seiten der Ortspolizeibehörde Bremerhaven sind keine Beeinträchtigungen zu erwarten, da diese nach Mitteilung an die Weserschwimmer-Bewegung auf eine Zuständigkeit der Wasserschutzpolizei verweist. Nach Mitteilung der Bremer Direktion Wasserschutz- und Verkehrspolizei an die Weserschwimmer-Bewegung handelt es sich bei der Wasserfläche vor dem Bremerhavener Sandstrand bis zur Verbindungslinie zwischen nördlichem Molenkopf der Geestezufahrt und südlichen Ende der Seebäderkaje um einen Bereich außerhalb des Fahrwassers, wo nach den Vorschriften der Verordnung über das Baden in Bundeswasserstraßen Weser, Lesum und Hunte gebadet bzw. geschwommen werden darf.


10. Welche haftungsrechtlichen Risiken bestehen für Magistrat und Badbetreiberin?

Jahr für Jahr wird recht zahlreich vor dem Bremerhavener Sandstrand wild, mithin ungeregelt im Bereich einer zudem nicht gekennzeichneten Wasserfläche gebadet und geschwommen, ohne dass die vom Magistrat entsprechend beauftragte Bädergesellschaft Bremerhaven mbH als Betreiberin des "Bades" in der Lage ist, den von ihr unerwünschten Badebetrieb wirksam zu unterbinden. Dies birgt haftungsrechtliche Risiken sowohl für Magistrat als auch Badbetreiberin, weil spätestens bei Eintritt eines Unfalles Untersuchungen im Hinblick auf mögliche Aufsichts- und Kontrollversäumnisse veranlasst werden könnten.


11. Wie kann die Stadtgemeinde Bremerhaven ein gemeingebräuchliches Baden und Schwimmen vor dem Bremerhavener Strand ermöglichen?

Die Stadtgemeinde Bremerhaven kann das landesrechtlich eröffnete gemeingebräuchliche Baden und Schwimmen in der Weser am rechten Ufer bei Strom-km 66 (Sandstrand) unter Löschung der lediglich privatrechtlich motivierten Badeverbotsfloskel am einfachsten und kostengünstigsten ermöglichen, indem sie den Sandstrand als frei zugängliche Badestelle im Sinne der Richtlinie 94.13 der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. (DGfdB R 94.13) herrichtet. Die im DLRG-Bericht zur Risikobewertung des Weser-Strandbades vom Mai 2014 empfohlene Einrichtung eines Wasserrettungsdienstes ist zwar - wie an sonstigen Küsten- und Flussbadestellen auch - wünschenswert, jedoch nach der Richtlinie über die „Verkehrssicherungspflicht an Badestellen an Gewässern“ nicht vorgeschrieben.
Nachfolgend werden die zur Eröffnung des gemeingebräuchlichen Schwimmens und Badens empfohlenen Maßnahmen aufgezählt:

  1. Ausweisung der zum Schwimmen geeigneten Wasserfläche gemäß Empfehlung des Franzius-Instituts der Universität Hannover und ergänzender Stellungnahme der DHI-WASY GmbH
  2. Abgrenzung der zum Schwimmen auszuweisenden Wasserfläche von der Seeschifffahrtsstraße mit den von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes für Badestellen anerkannten weißen Markierungsbojen mit gelbem Kreuz
  3. Einzuhaltende Badeordnung: Baden und Schwimmen auf eigene Gefahr; kein DLRG-Wasserrettungsdienst; Badezeit ca. 2,5 Stunden vor bis ca. 2 Stunden nach Tidehochwasser; Baden und Schwimmen außerhalb der gekennzeichneten Wasserfläche verboten; Baden und Schwimmen für ungeübte Schwimmer nur im ufernahen Flachwasser, wo das Stehen bzw. Gehen möglich ist; Badeverbot für ungeübte Schwimmer ab Windstärken um 3 Bft. bei Wind aus Nord-West bis Süd-West; generelles Badeverbot ab Windstärken um 7 Bft. insbesondere bei Wind aus Nord-West oder Süd; Benutzung schwimmender Spielgeräte und Schwimmhilfen untersagt. -Hinweistafel mit folgender Aufschrift: Durch Gezeiten, Wind und Schifffahrt verursachte Strömungen und Wellen können Badende und Schwimmer gefährden. Besondere Vorsicht ist geboten bei hohen und brechenden Windwellen sowie überraschend auftretenden Schiffswellen. Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Leistungsvermögen nicht überschätzen!
  4. Umsetzung der Richtlinie 94.13 der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen e. V. in der jeweils geltenden Fassung (Verkehrssicherungspflicht an Badestellen)
  5. Wahlweise ergänzender Wasserrettungsdienst in Abstimmung mit der DLRG unter Berücksichtigung des Ergebnisses der von der DLRG durchgeführten gutachterlichen Risikobewertung des Wesersandstrands

 

Weserschwimmer-Veranstaltungskalender

 

Europäischer Flussbadetag Big Jump in der Weser 2018:

In 2018 fand der europäische Flussbadetag Big Jump am 8. Juli statt, welcher zugleich als überregionaler Weserbadetag gefeiert wurde. Dann badeten und schwammen wieder zeitgleich Menschen in den Flüssen Europas und demonstrierten damit für nachhaltigen, ganzheitlichen Gewässerschutz sowie ein Leben in Einklang mit der Natur. Des Weiteren wurden mit dem Big Jump die durch Gewässerschutzmaßnahmen bereits erzielten Erfolge gewürdigt.

Am 12.08.2018 wurde nach 2009 vor dem Bremerhavener Sandstrand auf Anregung der FDP-Fraktion und der Weserschwimmer-Bewegung erstmals wieder ein "Big Jump" erfolgreich durchgeführt. Mit dem erfrischenden Bad im Weserfluss wurde für eine Bojen-Kennzeichnung des weitgehend ungefährdeten, strömungsarmen Schwimmbereiches geworben.

Besuchen Sie die Big-Jump-Orte von 2018 auf der Karte!

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Rückblick auf die Big-Jump-Weserschwimmen von 2018:

9. Big Jump vom Weserstein:
Naturschutz: Ein Bad in trüben Gewässern (NDR-Sendung "Hallo Niedersachsen", 08.07.2018)
"Big Jump" am Weserstein: Schwimm-Marathon für den Gewässerschutz - Umweltaktion (einbeck-news.de, 09.07 2018)
Mehr als 50 Schwimmer springen in die Weser (goettinger-tageblatt.de, 11.07 2018)
"Big Jump vom Weserstein" - Bildergalerie (feuerwehr-hannmuenden.de)

Big-Jump-Weserschwimmen von Oedelsheim nach Wahmbeck:
Mehr als 70 Teilnehmer schwammen von Oedelsheim bis Wahmbeck (hna.de, 10.07.2018)

Weserschwimmen - Rinteln:
Erfrischendes Vergnügen: 142 Teilnehmer beim diesjährigen Weserschwimmen in Rinteln (rinteln-aktuell.de, 09.07.2018)

10. Hermann-Allmers-Schwimmen:
Der Strömung Tribut gezollt (Osterholzer Kreisblatt, 15.07.2018)

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Weserschwimmer-Treffen in Bremerhaven
(Treffpunkt: Am Strom in 27568 Bremerhaven auf dem Deichverteidigungsweg neben dem Weser-Strandbad)

>>>Termine auf Anfrage unter weserschwimmer(at)posteo.de<<<

Selbstverständnis der Weserschwimmer-Bewegung

Diese Seite ist ein Portal für begeisterte Fluss- und Küstenschwimmer im Bereich des Weserflussgebietes. Alle wichtigen Neuigkeiten und Schwimmtermine rund ums Freiwasserschwimmen in der Weser werden hier annonciert.

Die Weserschwimmer-Bewegung um Harm Ahlers ist Partner, Koordinator und lokaler Organisator von Big Jump an der Weser (Weserbadetag). Alljährlich findet er am zweiten Sonntag im Juli statt. Dann baden zeitgleich Menschen in den Flüssen Europas und demonstrieren damit für nachhaltigen, ganzheitlichen Gewässerschutz sowie ein Leben in Einklang mit der Natur. Des Weiteren sollen mit dem Big Jump die durch Gewässerschutzmaßnahmen bereits erzielten Erfolge gewürdigt werden.

Insbesondere in Bremerhaven, aber auch im übrigen Weserflussgebiet streitet die Weserschwimmer-Bewegung anhaltend für die Eröffnung des Gemeingebrauchs des Badens an geeigneten Uferbereichen.

 

Kontaktdaten:

Weserschwimmer-Bewegung
Harm Ahlers
27570 Bremerhaven
Telefon: 0471-9588027
Telefon (dienstlich): 0471-27828
Fax (dienstlich): 0471-4834742
Weltnetz: www.weserschwimmer.de
E-Post: weserschwimmer(at)posteo.de

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Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.

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