20.08.10

Starkes Halsweh und Atemprobleme können Anzeichen einer lebensgefährlichen Entzündung des Kehlkopfdeckels sein

Starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Atemnot sowie hohes Fieber über 39°C können auf eine schwere Kehlkopfentzündung, eine so genannte Epiglottitis, hindeuten. „Bei Verdacht auf eine Epiglottitis ist rasches Handeln gefragt. Im Zuge der schweren Entzündung schwillt insbesondere der Kehlkopfdeckel (Epiglottis) rasch an, was zu lebensgefährlichen Atembeschwerden bis hin zum Erstickungstod führen kann. Die Betroffenen müssen sofort ins Krankenhaus. Die Sicherung der Atemwege, notfalls durch künstliche Beatmung über eine Sonde, und die Gabe von Antibiotika sowie antientzündlichen Medikamenten per Infusion sind dringend erforderlich. Bis der Notarzt kommt, sollten die Betroffenen am besten Eiswürfel lutschen", erklärt Dr. Jan Löhler vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Die Beschwerden nehmen bei einer Epiglottitis rasch zu, weiter können ein vermehrter Speichelfluss und eine „kloßige" Sprache auftreten, Heiserkeit und Husten hingegen nicht. Sie sind eher symptomatisch für einen Pseudo-Krupp, eine viral bedingte, akute Kehlkopfentzündung.

Die Epiglottitis wird im Gegensatz zum Pseudo-Krupp meist durch Bakterien, vor allem durch Haemophilus influenzae Typ B (HiB) und bei Erwachsenen vereinzelt auch durch Streptokokken oder Staphylokokken, ausgelöst. „Bei Kindern tritt die Erkrankung glücklicherweise heutzutage immer seltener auf. Denn viele Kinder werden bereits im Säuglingsalter gegen HiB immunisiert", erläutert der niedergelassene HNO-Arzt aus Bad Bramstedt. Die Impfung wird als Kombinationsimpfstoff verabreicht und schützt gleichzeitig vor Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Poliomyelitis (Kinderlähmung), Pertussis (Keuchhusten) und Hepatitis B.

„Zeigen Menschen mit fehlendem HiB-Impfschutz die Anzeichen einer Epiglottitis, stellt allein der Verdacht aufgrund der drohenden Erstickungsgefahr immer einen Notfall dar. Aber auch wenn keine schwere Kehlkopfentzündung mit Atemnot vorliegt, sollten anhaltende Halsschmerzen und Schluckbeschwerden von einem HNO-Arzt abgeklärt werden", empfiehlt Dr. Löhler.

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