11.04.2017

Pfeiffer-Drüsenfieber: Bei geschwollenen Lymphknoten & Abgeschlagenheit zum HNO-Arzt

Müdigkeit und Appetitlosigkeit können erste Anzeichen für ein Pfeiffersches Drüsenfieber sein. Es folgen typischerweise Fieber, eine Schwellung der Lymphknoten sowie starke Halsschmerzen und Schluckbeschwerden aufgrund einer Rachen- bzw. Mandelentzündung. „Viele Menschen haben die Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) bereits im Kindesalter durchgemacht. Bei Kindern verläuft die Erkrankung nicht selten nahezu symptomlos und heilt in der Regel problemlos aus. Doch erkranken Menschen erst als Heranwachsende oder im jungen Erwachsenenalter kommt es meist zu einer ausgeprägten Symptomatik", erklärt Dr. Doris Hartwig-Bade vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Der Körper erholt sich dann nur langsam. Viele Pfeiffer-Patienten klagen wochenlang über anhaltende Erschöpfung, extreme Müdigkeit und Konzentrationsmangel. Vor allem Frauen leiden sehr.

Bei geschwollenen Lymphknoten, Abgeschlagenheit, Halsschmerzen und/oder Schluckbeschwerden sollten Betroffene einen HNO-Arzt aufsuchen. Er kann feststellen, ob das Pfeiffersche Drüsenfieber die Beschwerden verursacht. Liegt eine akute EBV-Infektion vor, müssen die Patienten unbedingt Ruhe einhalten, um den Körper nicht weiter zu belasten. Da auch die Milz meist betroffen ist, muss von sportlichen Aktivitäten für einige Wochen Abstand genommen werden. Eine Antibiose ist nur sinnvoll, um eine Sekundärinfektion zu vermeiden. In manchen Fällen ist jedoch eine stationäre Behandlung notwendig und bei ausgeprägten Schwellungen der Gaumenmandeln und Rachenmandel muss sogar eine Operation durchgeführt werden.

Am häufigsten wird das Epstein-Barr-Virus durch Speichelkontakt übertragen, daher wird die Infektion auch umgangssprachlich als „Kuss-Krankheit" bezeichnet. Wie bei Windpocken erkrankt man nur einmal im Leben am Pfeifferschen Drüsenfieber. Das Virus überdauert aber, wie bei Windpocken auch, „schlafend" im Körper. Bei starken Beeinträchtigungen des Immunsystems (Chemotherapie, AIDS-Erkrankung etc.) kann es, ähnlich wie bei einer Gürtelrose, reaktiviert werden und dann massive Probleme verursachen. Einen Impfstoff gegen EBV gibt es nicht.

äin-red

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