05.01.12

Mittelohrentzündung: Bei äußerlich sichtbarer Ohrschwellung sofort zum HNO-Arzt

Wird eine Mittelohrentzündung nicht rechtzeitig und konsequent behandelt, kann sich insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern der Entzündungsprozess zu einer so genannten Mastoiditis ausweiten. Diese Entzündung äußert sich in Form einer stark geröteten Schwellung hinter der Ohrmuschel, das Ohr steht scheinbar ab. „Werden die Anzeichen einer Mittelohrentzündung bei kleinen Kindern nicht richtig gedeutet bzw. werden ärztlich verordnete Antibiotika nicht konsequent eingenommen, kann es zu dieser Komplikation kommen. „Bei der Mastoiditis handelt es sich um eine eitrige Entzündung des Warzenfortsatzes, des Mastoids, eines Knochens hinter dem Ohr, der keine kompakte Struktur aufweist, sondern wabenförmig in kleinen Zellen aufgebaut ist", erklärt Dr. Michael Deeg, Vorsitzender des Landesverbandes Baden vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Die Mastoiditis gilt als häufigste Komplikation einer akuten Mittelohrentzündung, speziell im Säuglings- und Kleinkindalter. Die betroffene Stelle ist oft  berührungsempfindlich und gerötet, außerdem kann Fieber hinzukommen.

Bei einer Mastoiditis unterscheidet man verschiedene Schweregrade - von einer leichten Begleitmastoiditis mit Schleimhautschwellung bis hin zu einer Mastoiditis im engeren Sinne mit einem entzündlichen Befall des Knochens. In jedem Fall muss spätestens jetzt antibiotisch behandelt werden, in seltenen Fällen ist auch eine Mastoidektomie, eine operative Sanierung des befallenen Knochengewebes notwendig. Eltern sollten mit ihrem Kind umgehend zum HNO-Arzt gehen. „Wird eine Mastoiditis nicht schnellstmöglich fachgerecht behandelt, können weitere Komplikationen wie eine Hirnhautentzündung, Meningitis, auftreten", warnt der HNO-Arzt aus Freiburg.

Ratsam ist es daher, bei Ohrenschmerzen, vor allem bei Verdacht auf eine Mittelohrentzündung, frühzeitig einen HNO-Arzt aufzusuchen. „Dieser kann bei entsprechendem Befund die Ursache effektiv behandeln und damit das Auftreten von Komplikationen verhindern oder zumindest deren Risiko deutlich reduzieren", betont Dr. Deeg.

Diese Pressemeldung des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte (BVHNO) ist zur Veröffentlichung (ohne Bild) freigegeben. Bitte weisen Sie bei Verwendung im Printbereich auf das Informationsportal des BVHNO, www.hno-aerzte-im-netz.de, hin. Bei Online-Veröffentlichung erbitten wir eine Verlinkung auf die Website.

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