25.11.10

Händedesinfektion schützt besser vor Infekten als erwartet

Wer seine Hände regelmäßig desinfiziert, leidet laut einer aktuellen Studie deutlich seltener an Erkältungen. Dies berichten Forscher der Universität Greifswald, an deren Untersuchung 129 Mitarbeiter der Stadtverwaltung der Universitäts- und Hansestadt, der Universität Greifswald sowie der Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern teilgenommen hatten. Dabei wurde bei der Auswahl der Studienteilnehmer darauf geachtet, dass die Verwaltungsmitarbeiter viel Publikumskontakt haben bzw. ständig mit Akten und Dokumenten arbeiten müssen. Während die eine Hälfte der Untersuchungsgruppe keine Händedesinfektionsmittel benutzte (Kontrollgruppe), desinfizierte sich die andere Hälfte die Hände mehrmals täglich (mindestens 5-mal) mit alkoholhaltigen Mitteln (Interventionsgruppe). Ein Jahr lang füllten die Studienteilnehmer jeden Monat einen Fragebogen aus. So konnten die Forscher am Ende 1.230 Datensätze auswerten.

In der Interventionsgruppe gab es deutlich seltener Tage, an denen die Beteiligten am Arbeitsplatz mit Erkältung, Fieber und Husten kämpften. Deutlich ging auch die Zahl der Arbeitstage zurück, an denen sich die Beteiligten aufgrund von Erkältung, Fieber und Husten krank meldeten. Außergewöhnlich stark reduzierte sich der Arbeitszeitausfall aufgrund von Durchfallerkrankungen.

„Wir waren überrascht, dass trotz der kleinen Untersuchungsgruppe unsere Erwartungen weit übertroffen wurden", meint Studienleiter Prof. Axel Kramer vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin an der Uni Greifswald. „Dies ist Grund genug, die Studie demnächst mit einer noch größeren Anzahl von Teilnehmern zu wiederholen. Auf jeden Fall können wir festhalten: Händedesinfektion kann am Arbeitsplatz leicht eingeführt werden, und sie wurde in unserem Fall überraschend gut von den Mitarbeitern angenommen. Das war sicherlich eine gute Voraussetzung für den Schutz vor zahlreichen Infektionserkrankungen. Händedesinfektion ist eine kostengünstige Möglichkeit der betrieblichen Gesundheitsförderung."

Krankmeldungen und verringerte Produktivität aufgrund von Infektionskrankheiten sind weltweit ein volkswirtschaftliches Problem. Da Erkältungskrankheiten oder milde Fälle von Magen-Darm-Infektionen selten tödlich sind und oft ohne ärztliche Behandlung wieder verschwinden, stehen sie meist nicht im Beobachtungsfokus und werden unterschätzt. Untersuchungen in den USA haben jedoch inzwischen belegt, dass allein schon die Nicht-Influenza-Viren, die Atemwegserkrankungen auslösen, zu einem wirtschaftlichen Verlust von ca. 40 Mrd. US-Dollar pro Jahr führen.

Quelle: Zeitschrift BMC Infectious Diseases
Bildquelle: @ Andreas Morlok pixelio.de

Aktuelles

News Archiv

Lärm-Studie: In Hannover ist es besonders laut

23.05.12

Bei einem Vergleich des Lärms in deutschen Städten schneiden Hannover, Frankfurt und Nürnberg am schlechtesten ab. Münster und Augsburg gehören hingegen zu den leisesten Städten...

Pollenalarm: Wissenschaftler rechnen mit Allergie-Boom

22.05.12

Schlechte Nachrichten für Allergiker: In Zukunft wird es voraussichtlich in ganz Europa mehr Pollen geben - und sie fliegen länger...

Archiv

  • 2012
  • May 2012: 11 Einträge
  • April 2012: 12 Einträge
  • March 2012: 13 Einträge
  • February 2012: 13 Einträge
  • January 2012: 12 Einträge
  • 2011
  • December 2011: 11 Einträge
  • November 2011: 14 Einträge
  • October 2011: 11 Einträge
  • September 2011: 13 Einträge
  • August 2011: 13 Einträge
  • July 2011: 13 Einträge
  • June 2011: 12 Einträge
  • May 2011: 13 Einträge
  • April 2011: 12 Einträge
  • March 2011: 12 Einträge
  • February 2011: 14 Einträge
  • January 2011: 10 Einträge
  • 2010
  • December 2010: 13 Einträge
  • November 2010: 20 Einträge
  • October 2010: 18 Einträge
  • September 2010: 21 Einträge
  • August 2010: 19 Einträge
  • July 2010: 20 Einträge
  • June 2010: 22 Einträge
  • May 2010: 19 Einträge
  • April 2010: 21 Einträge
  • March 2010: 21 Einträge
  • February 2010: 16 Einträge
  • January 2010: 11 Einträge
  • 2009
  • December 2009: 4 Einträge