12.02.2016

Grippewelle: Bisher vor allem Erwachsene ohne Vorerkrankung betroffen

Die aktuelle Grippewelle trifft nach ersten Erkenntnissen Menschen mittlerer Altersgruppen häufiger und schwerer als in den Vorjahren. Ursache sei wohl die aktuelle deutliche Dominanz des erst seit 2009 zirkulierenden Virus A(H1N1), erklärt die Influenza-Expertin des Robert Koch-Instituts (RKI), Dr. Silke Buda. "Das Virus scheint auch bei jüngeren Erwachsenen und Personen ohne chronische Vorerkrankung mehr schwere Krankheitsverläufe zu verursachen als das A(H3N2)-Virus, das im Vorjahr verbreitet war." Schwere Verläufe seien dennoch relativ selten und der Impfstoff passe bisher, ergänzt Dr. Buda. Ärzte müssten Patienten zwischen 15 und 59 nun verstärkt im Fokus haben.

Auch international sei vermehrt von schweren Influenza-Fällen auf Intensivstationen berichtet worden. In den näher bestimmten Fällen habe es sich vor allem um das H1N1-Virus gehandelt, das vielen noch unter dem Namen Schweinegrippe bekannt sein dürfte. Fachleute halten den Begriff jedoch für irreführend: Es hört sich so an, als handle es sich um ein Virus, das auch bei Schweinen zirkuliert. Das sei aber nicht der Fall bei der Kombination, die beim Menschen 2009 die Pandemie auslöste. H1N1 wird genauso übertragen wie andere Viren: durch Tröpfchen beim Niesen oder Sprechen zum Beispiel.

Auch wenn das H1N1-Virus für das Immunsystem des Menschen noch relativ neu ist, so betonte Dr. Buda, dass es auch in den Vorjahren stets kursierte. In der Saison 2014/2015 etwa lag der Anteil an den Influenza-Infektionen bei 15%. In dieser Saison sind es bisher 70%. Das muss aber nicht so bleiben. Möglicherweise verbreite sich die Influenza vom Typ B noch stärker, die bisher etwa 23% der Fälle ausmacht. "Bei Influenza B ist es häufig so, dass der Anteil im Verlauf der Saison noch ansteigt."

Ob das so ist, wollen Experten auch wegen der Passgenauigkeit der Grippe-Impfstoffe im Auge behalten: Denn die aktuell zirkulierende B-Linie ist in den am weitesten verbreiteten Dreifachimpfstoffen nicht enthalten. Diese B-Linie sei aber auch "nicht brandneu" für die Bevölkerung, meint Dr. Buda. Um etwas über die Wirksamkeit des Impfstoffs zu sagen, müssten Studien abgewartet werden.

Knapp 2.400 labordiagnostisch bestätigte Fälle von Influenza sind dem RKI in der ersten Februarwoche übermittelt worden, rund 7.300 sind es seit Oktober 2015. Die Meldedaten spiegeln nur einen Bruchteil des tatsächlichen Geschehens wieder, weil nicht alle Patienten mit Grippe-Symptomen auf Influenza getestet werden. Influenza beginnt meist abrupt mit Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber, bevor Halsschmerzen oder Husten einsetzen. Die Viren, die Influenza beim Menschen auslösen, verändern sich genetisch von Saison zu Saison.

Quelle: dpa

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