16.12.09

Gehörschutz wird oft falsch angewendet

Ein Gehörschutz am Arbeitsplatz wird vielfach nicht richtig eingesetzt. Das hat zur Folge, dass er nicht so gut wirkt wie es die Hersteller angeben, zumal sich die ausgewiesene Dämmwirkung auf Messungen unter optimalen Laborbedingungen bezieht. Dies ergab eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (BGIA). Ein häufiger Fehler ist es wohl, dass die Ohrenstöpsel nicht tief genug ins Ohr gesteckt werden. Weiter sind bei Ohrenschützern, die mit zwei Schalen die Ohrmuscheln abdecken, die Dichtungskissen oft veraltet. Der Gehörschutz im lärmbelasteten Job sorgt daher häufig nur für eine geringe Schalldämmung. Werden die Ohren aber dauerhaft mit Lärm über einem Wert von 80 bis 85 Dezibel belastet, kann Schwerhörigkeit die Folge sein.

Schließlich funktioniert ein Gehörschutz aber nur optimal, wenn alle Störfaktoren ausgeschlossen werden. Dazu zählt zum Beispiel, dass der Bügel einer Schutzbrille das enge Anliegen des Gehörschutzes behindert oder dass beim Tragen einer Atemschutzmaske das Dichtungskissen des Ohrenschützers verschoben wird. Die Schutzwirkung kann sich auch durch zu dichtes Kopfhaar oder durch das Tragen von Ohrringen verringern. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Dichtungskissen nicht eingedrückt sind. Wird ein Schutzhelm getragen, sollte er mit dem Gehörschutz so kombiniert werden können, dass die Gehörschutzkapseln optimal anliegen. Ein HNO-Arzt kann Berufstätige hinsichtlich des geeigneten Gehörschutzes und der optimalen Anwendung beraten. Durch das regelmäßige Tragen von Gehörschutz kann sich vermehrt Ohrenschmalz im Gehörgang ansammeln. Auch dieses wird vom HNO-Arzt schonend entfernt.

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