02.11.10

Frühe Erkennung von Hörproblemen verhindert Entwicklungsstörungen

Der Hörsinn ist von essenzieller Bedeutung für den Spracherwerb und die psychomotorische Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern. Bis die Eltern die Schwerhörigkeit anhand der fehlenden Reaktionen der Kinder auf akustische Reize hin erkennen, können viele Monate vergehen. Die Entwicklung kann dann bereits nachhaltig gestört sein. Eine aktuelle Studie aus den Niederlanden zeigte jetzt, dass das Neugeborenen-Hörscreening, also die frühe Erkennung von Hörstörungen, Entwicklungsstörungen bei Kleinkindern verhindern kann.

In den Niederlanden wurden die Kinder früher im Alter von 9 Monaten auf eine Schwerhörigkeit untersucht, wobei der Arzt auf die akustische Ablenkbarkeit achtete. Zwischen 2002 und 2006 wurde dann nach und nach in allen Regionen des Landes ein Neugeborenen-Hörscreening eingeführt, wobei die Kinder in den ersten zwei Lebenswochen audiologisch untersucht werden. In der DECIBEL-Studie (Developmental Evaluation of Children: Impacts and Benefits of Early hearing screening, Leiden) haben Dr. Anna Korver von der Universität Leiden und Mitarbeiter die Auswirkungen untersucht. Erwartungsgemäß hatte das Screening keinen Einfluss auf die Häufigkeit von Hörstörungen, die früher oder später wohl bei allen Kindern erkannt werden. Sie betrug im Screening-Arm 0,78 pro 1.000 Kinder und in der Vergleichsgruppe 0,73 pro 1.000 Kinder. Bei 263 Kindern wurde eine schwere Hörstörung diagnostiziert.

Zusätzlich verschickten die Forscher an die Eltern von 150 Kindern spezielle Fragebögen zur allgemeinen Entwicklung sowie zur Sprachentwicklung, zum Sprachausdruck und zur Lebensqualität. Hier wurden dann bei den inzwischen 3 bis 5 Jahre alten Kindern Unterschiede in der Entwicklung festgestellt. Die Kinder, deren Schwerhörigkeit bereits nach der Geburt entdeckt und deshalb früher behandelt wurde, hatten einen größeren aktiven Wortschatz und bildeten komplexere Sätze. Deutliche Vorteile bestanden insbesondere aber in der grob-motorischen und in der sozialen Entwicklung. Hier wurde auch der größte Gewinn an Lebensqualität erzielt, wie Korver berichtet. Dies zeigt den großen Nutzen der Früherkennung von Hörstörungen in Form des Neugeborenen-Hörscreenings.

In Deutschland wird das Neugeborenen-Hörscreening seit Anfang 2009 von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Quelle: Dt. Ärzteblatt
Abstract: jama.ama-assn.org/cgi/content/short/304/15/1701

Bildquelle: www.pixelio.de 

 

Aktuelles

News Archiv

Lärm-Studie: In Hannover ist es besonders laut

23.05.12

Bei einem Vergleich des Lärms in deutschen Städten schneiden Hannover, Frankfurt und Nürnberg am schlechtesten ab. Münster und Augsburg gehören hingegen zu den leisesten Städten...

Pollenalarm: Wissenschaftler rechnen mit Allergie-Boom

22.05.12

Schlechte Nachrichten für Allergiker: In Zukunft wird es voraussichtlich in ganz Europa mehr Pollen geben - und sie fliegen länger...

Archiv

  • 2012
  • May 2012: 11 Einträge
  • April 2012: 12 Einträge
  • March 2012: 13 Einträge
  • February 2012: 13 Einträge
  • January 2012: 12 Einträge
  • 2011
  • December 2011: 11 Einträge
  • November 2011: 14 Einträge
  • October 2011: 11 Einträge
  • September 2011: 13 Einträge
  • August 2011: 13 Einträge
  • July 2011: 13 Einträge
  • June 2011: 12 Einträge
  • May 2011: 13 Einträge
  • April 2011: 12 Einträge
  • March 2011: 12 Einträge
  • February 2011: 14 Einträge
  • January 2011: 10 Einträge
  • 2010
  • December 2010: 13 Einträge
  • November 2010: 20 Einträge
  • October 2010: 18 Einträge
  • September 2010: 21 Einträge
  • August 2010: 19 Einträge
  • July 2010: 20 Einträge
  • June 2010: 22 Einträge
  • May 2010: 19 Einträge
  • April 2010: 21 Einträge
  • March 2010: 21 Einträge
  • February 2010: 16 Einträge
  • January 2010: 11 Einträge
  • 2009
  • December 2009: 4 Einträge