07.10.2010

Drehschwindelanfälle: Injektion ins Mittelohr hilft schnell & bessert Lebensqualität

Viele Menschen leiden unter Schwindelerkrankungen. Sind Drehschwindelattacken von einer einseitigen Hörstörung und Ohrgeräuschen (Tinnitus) begleitet, kann es sich um einen so genannten Morbus Menière handeln. Bei dieser Erkrankung des Innenohres kann eine schmerzfreie Injektion ins Ohr die Beschwerden schnell lindern und damit die Lebensqualität, der aufgrund des Krankheitsverlaufs psychisch oft stark belasteten Patienten, verbessern.

„Typischerweise kommt es bei den Betroffenen zu plötzlichen Schwindelbeschwerden. Sie verspüren einen sich drehenden Raum und das Unvermögen, die Augen ruhig zu halten. Die einseitige Hörminderung ist meist mit einem „Völlegefühl" auf dem betroffenen Ohr verbunden, nach dem Anfall bleiben vorerst tief dröhnende Ohrgeräusche zurück", beschreibt Privatdozent Dr. Leif Erik Walther vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte die Anzeichen eines Menière-Anfalls. „Nach dem Anfall bilden sich Schwindel und Tinnitus zurück, aber das Hörvermögen normalisiert sich in vielen Fällen erst nach Stunden oder Tagen", so der HNO-Arzt aus Sulzbach weiter.

Wer unter solchen Symptomen leidet, sollte sich bei seinem Hals-Nasen-Ohrenarzt vorstellen. Heute stehen dem HNO-Arzt moderne Verfahren zur Verfügung, die eine schnelle, frühzeitige und genaue Diagnosestellung ermöglichen. Bei der Erkrankung kommt es plötzlich zu einem Ungleichgewicht der Innenohrflüssigkeiten, die die typische Konstellation der Krankheitszeichen Schwindel-Hörstörung-Tinnitus nach sich zieht. Für Patienten führt der plötzlich eintretende, heftige Drehschwindel mit starker Übelkeit, und der Unfähigkeit, sich auf den Beinen zu halten, zu einem Leidensdruck, der sich im Laufe der Zeit verstärkt. „Viele Patienten erleben solche Schwindelanfälle mehrmals pro Woche, so dass sich sehr schnell psychische Begleiterscheinungen einstellen. So bricht für viele Menière-Patienten regelmäßig eine Welt zusammen", berichtet Dr. Walther.

„Mit einer einfachen Injektion des Antibiotikums Gentamicin in das Mittelohr lassen sich die Schwindelanfälle heute sehr effektiv und schnell behandeln. Der Eingriff kann ambulant in lokaler Betäubung durchgeführt werden und ist nicht schmerzhaft. Bereits nach wenigen Tagen kommt es zur Reduktion der Schwindelanfälle, bis diese vollständig verschwinden. Bei den Patienten wird mit dem Eingriff die Lebensqualität wieder hergestellt. Die Optimierung dieser Methode ist heute so weit fortgeschritten, dass wir Gleichgewichtsfunktion und Hörvermögen erhalten können", macht Privatdozent Dr. Walther allen Menière-Patienten Hoffnung.

Die Menière-Krankheit tritt am häufigsten zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr auf. Männer sind öfter betroffen als Frauen.

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