07.09.10

Der Nutzen eines Hörgeräts lässt sich einfach überprüfen

Der individuelle Nutzen eines Hörgeräts kann jetzt mit Hilfe eines validierten Fragebogens vom HNO-Arzt gut beurteilt werden. In der so genannten Hamburger Studie zur Qualitätsmessung der Hörgeräte-Versorgung zeigten HNO-Ärzte, dass ein in Amerika etablierter Fragebogen, der APHAB-Test (Abbreviated Profile of Hearing Aid Benefit), bestens in den Praxisalltag der deutschen HNO-Ärzte übertragen werden kann und aussagekräftige Ergebnisse liefert. „Die Qualitätssicherung nimmt im medizinischen Alltag einen immer größeren Stellenwert ein. So natürlich auch bei der Hörgeräte-Versorgung. Vor allem der Patient und der behandelnde HNO-Arzt, aber auch die Krankenkassen und Hersteller sind interessiert daran, den Nutzen einer Therapie einschätzen zu können. Bisher gab es hierzulande aber nur äußerst aufwändige Messmethoden oder Tests mit zu wenigen Vergleichsdaten. Der aus dem Amerikanischen übersetzte und dort bereits häufig eingesetzte APHAB-Test eignet sich hingegen sehr gut, um die Qualität der Hörgeräte-Versorgung bewerten zu können. Bei dieser Beurteilung spielt der Nutzen der Hörgeräte für den Patienten eine entscheidende Rolle", erklärt Studienleiter Dr. Jan Löhler vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

An der Hamburger Studie nahmen neun HNO-Praxen aus Deutschland teil, insgesamt wurden 224 schwerhörige Patienten (134 Frauen, 90 Männer) im Durchschnittsalter von 71 Jahren (9-98 J.) mittels des APHAB-Testbogens befragt - vor und nach Erhalt des Hörgeräts. „Insgesamt gibt es 24 Fragen, die den Alltag des Patienten betreffen. Die Patienten müssen dabei ihr Hörvermögen in verschiedenen Situationen einstufen, so zum Beispiel in einem Dialog in ruhiger Umgebung, in Unterhaltung mit Nebengeräuschen und das Hören in hallenden Räumen. Außerdem werden sie zur Empfindung von Lärm befragt", beschreibt Dr. Löhler den Test-Aufbau. Mögliche Unterschiede in der Hörgeräte-Versorgung zwischen Amerika und Deutschland wurden in der Studie ebenfalls untersucht. Es zeigte sich aber, dass diese keinen Einfluss auf die Ergebnisqualität nehmen und damit die Vergleichsdaten übertragbar sind.

„Natürlich gibt es auch in Deutschland ähnliche Fragebögen wie den APHAB - mit dem entscheidenden Unterschied, dass bei allen eine große Anzahl an ausgewerteten Patientendaten fehlt, über die ein Standard definiert werden kann. „Der APHAB-Test stellt hingegen Normwerte für analoge und digitale Hörgeräte bereit, anhand derer der Nutzen der Versorgung - auch im internationalen Vergleich - eingeschätzt werden kann, was ihn für uns zu einem wichtigen Instrument der Qualitätssicherung in der Hörgeräte-Versorgung macht. Dies gibt uns die Chance, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und den Patienten bei der Hörgeräte-Eingliederung optimal unterstützen zu können", resümiert der niedergelassene HNO-Arzt aus Bad Bramstedt die Studienergebnisse.

Im Internet ist der APHAB-Test unter http://www.memphis.edu/ausp/harl/aphab.htm in verschiedenen Sprachen verfügbar. Die deutsche Version können Sie sich hier als pdf runterladen.

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