17.03.2016

Bei "verstopften" Ohren zum HNO-Arzt

Nach dem Haarewaschen klingt plötzlich alles dumpf, Herumhopsen oder Schütteln helfen nichts: Das Ohr fühlt sich verstopft an - und ist es auch. In einer solchen Lage sollte man zum HNO-Arzt gehen und die Ohren reinigen lassen, rät der Facharzt Dr. Jan Löhler vom Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte. Meist steckt Ohrenschmalz dahinter, der durch das Wasser aufgequollen ist. Der HNO-Arzt entfernt ihn dann mit einem Häkchen oder er spült die Ohren aus. Die Kosten für die Reinigung des Gehörgangs tragen i.d.R. die gesetzlichen Krankenkassen.

Wattestäbchen im heimischen Badezimmer sind bei einem verstopften Ohr dagegen tabu: "Damit schiebt man das Ohrenschmalz nur noch tiefer ins Ohr", warnt Dr. Löhler. Außerdem läuft man Gefahr, das Trommelfell zu verletzen oder gar zu durchstoßen. Mitunter schiebt man auch das Ohrenschmalz auf das Trommelfell. "Das macht die Reinigung schwieriger und unter Umständen auch schmerzhafter, weil der Arzt die Verunreinigungen vom Trommelfell abkratzen muss." Von Sprays oder Spülbällen, mit denen man die Ohren selbst reinigen können soll, sollte man besser die Finger lassen: "Sie haben einen begrenzten Nutzen, vor allem weil man sich selbst nicht ins Ohr gucken kann."

Hörgerät- & Lärmschutz-Träger sollten öfter zur Gehörgangskontrolle

Wenn manche Menschen häufiger verstopfte Ohren haben als andere, kann das von verschiedenen Faktoren abhängen. Ein Stück weit ist es Veranlagung und abhängig vom Geschlecht: Männer sind eher betroffen als Frauen, wie Dr. Löhler sagt. Aber auch wer seinen Gehörgang regelmäßig verschließt, also zum Beispiel bei der Arbeit einen Lärmschutz tragen muss, ein Hörgerät hat oder mit Ohrstöpseln schläft, habe ein erhöhtes Risiko für verstopfte Ohren.

Grundsätzlich ist Ohrenschmalz nützlich, wie Dr. Löhler betont: "Es hat eine pflegende und antibakterielle Wirkung. Und es schützt den Gehörgang davor, dass Schmutz wie Staub tiefer eindringt."

Quelle: dpa

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