24.12.2015

Ausreichender Schlaf hält gesund

Die Feiertage sind wohl für die meisten eine willkommene Gelegenheit, mal wieder ohne Wecker ins Bett zu gehen und nach dem Mittagessen noch ein Stündchen auf der Couch zu dösen. Hier ein paar Fakten rund um das Thema "Schlaf":

NACHSCHLAFEN:
Wer wegen beruflicher und privater Verpflichtungen zu wenig Schlaf bekommen hat, würde das Defizit gern an den freien Tagen ausgleichen. Das geht tatsächlich. "Das Aufholen von Schlaf ist möglich", erklärt Prof. Peter Young, Direktor der Münsteraner Uniklinik für Schlafmedizin und Neuromuskuläre Erkrankungen. Das gehe aber nur zu einem gewissen Grad. "Man kann nicht sagen: Die ganze Woche schlafe ich gar nicht, aber dafür am Wochenende zwei Tage lang."

VORSCHLAFEN:
Im neuen Jahr wird es wieder stressig, also einfach über die Feiertage länger in den Federn bleiben? Wer im Voraus ausgeschlafen sei, könne am nächsten oder übernächsten Tag besser mit weniger Schlaf auskommen, sagt Dr. Alfred Wiater, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). "Über einen längeren Zeitraum können wir allerdings nicht vorschlafen. Das verhindert unsere innere Uhr." 

ZU LANGE SCHLAFEN:
"Zu viel schlafen kann man nicht, man kann nur zu lange im Bett bleiben", erklärt Prof. Ingo Fietze vom Schlafmedizinischen Zentrum der Berliner Charité. "Der Körper holt sich nur so viel Schlaf wie er braucht." Auch Schlafmediziner Prof. Young betont: "Viel Schlafen macht nicht krank. Er kann aber ein Zeichen für eine andere Erkrankung sein." Wer weder einen gestörten Nachtschlaf habe noch eine andere Krankheit, wache automatisch auf, wenn es genug sei.

Etwa 2% der Männer und 1,5% der Frauen brauchen nach DGSM-Angaben allerdings regelmäßig zehn Stunden Schlaf, um tagsüber fit zu sein. Für sie hat Wiater schlechte Nachrichten: "Diese konstitutionell veranlagten Langschläfer haben eine um bis zu 24% erhöhte Mortalität (Sterblichkeit)."

NORMAL SCHLAFEN:
Wie viel Schlaf ideal ist, ist Experten zufolge individuell unterschiedlich. Im Schnitt schlafen Erwachsene Dr. Wiater zufolge aber zwischen sieben und acht Stunden täglich. "Optimum sind 7 bis 7,5 Stunden", meint Prof. Fietze. "Maximum sind circa 9 Stunden, wenn man dies einige Tage so machen möchte. Eine Nacht zum Nach- oder Ausschlafen darf so lange sein, wie der Körper es verlangt."

MITTAGSSCHLAF: Wenn die Weihnachtsgans schwer im Magen liegt, lockt die Couch besonders. «Schweres Essen macht natürlich müde», sagt Mediziner Young. Dann die Augen zu schließen, helfe aber wenig.
«Anstatt sich nach der Gans wieder hinzulegen, wäre es sinnvoller, einen Spaziergang zu machen.»

Ansonsten spreche nichts gegen einen kurzen Powernap, wie Dr. Wiater erklärt. "Die meisten Menschen erleben den Mittagsschlaf als durchaus erholsam und kraftfördernd." Voraussetzung sei, dass er nicht länger als 30 Minuten dauere und vor der ersten Tiefschlafphase beendet sei.

ALKOHOLISIERTER SCHLAF:
"Alkohol fördert zwar das Einschlafen", erklärt Dr. Wiater. "Er verhindert aber das Durchschlafen und damit den erholsamen Schlaf."

Fazit für die Weihnachtszeit: Gönnen Sie sich über die Feiertage nicht zu viel Alkohol, dafür aber viel erholsamen Schlaf. Und sollte dieser durch häufiges Schnarchen gestört sein, lassen Sie die Schlafgeräusche vom HNO-Arzt im neuen Jahr abklären.

Quelle: dpa, äin-red

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