14.07.10

Ambrosia: Hochallergene Pflanze vor dem Start ihrer Blühsaison bekämpfen

Ende Juli beginnt die alljährliche Blühperiode des Traubenkrauts (auch Ambrosie oder Ragweed genannt), die bis in den Spätherbst - je nach Region bis Mitte bzw. Ende Oktober - andauert und allergische sowie asthmatische Beschwerden mit Hüsteln, Röcheln und Atemnot verursachen kann. Die Pollenkörner des Traubenkrauts gehören zu den heftigsten bekannten Allergie-Auslösern: Eine Pflanze allein kann bis zu einer Milliarde Pollen ausstoßen, die sehr klein sind und daher nach dem Einatmen bis tief in die Bronchien vordringen. Bereits zehn solcher Pollenkörner in einem Kubikmeter Luft reichen aus, um bei Allergikern eine Heuschnupfen-Attacke auszulösen. Sie kann außerdem Menschen allergisch machen, die bisher noch keine Allergien aufwiesen.

Das äußerlich Beifuß-Gewächsen ähnelnde und daher auch Beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) genannte Traubenkraut stammt ursprünglich aus Nordamerika, wurde vermutlich über verunreinigtes Vogelfutter eingeschleppt und hat sich nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz mittlerweile in ganz Deutschland und vielen anderen Ländern ausgebreitet. Die hochallergenen Pollen können sich mit dem Wind über Strecken von bis zu 100 km ausbreiten und gelangen so auch aus den so genannten hot spots innerhalb Europas zu uns - d.h. aus Frankreich im Rhônetal rund um Lyon sowie aus Ungarn bis hin zur Ukraine. Dort wurde es bisher zu wenig bekämpft und wuchert entsprechend. 

Mit der Wurzel ausreißen, dabei Körperkontakt meiden

Privatpersonen können einen Beitrag gegen die Ausbreitung der Pflanze leisten, indem sie ihren Garten regelmäßig auf Ambrosia-Pflanzen kontrollieren und möglichst noch vor der Blütezeit entfernen. Dabei ist es am effektivsten, sie mitsamt der Wurzel auszureißen, um ihre Verbreitung zu unterbinden - einmaliges Abschneiden oder Abmähen bringt hingegen nichts. Die ausgerissenen Pflanzen sollten in einem geschlossenen Beutel mit dem Restmüll entsorgt werden, keinesfalls aber auf dem Komposthaufen oder in der Biotonne, wo sich die Samen weiter ausbreiten könnten. Ratsam wäre, jeden Körperkontakt zu vermeiden - dazu kann man Handschuhe und einen Mundschutz tragen. Da es möglich ist, dass selbst nach Entfernung der Pflanzen noch weitere Samen zu keimen beginnen, ist es sinnvoll, bisherige Ambrosia-Fundstellen sowie Stellen, an denen im Winter Vogelfutter (einschließlich Meisenringe) ausgebracht wurde, im Auge zu behalten. Wer die Pflanze auf öffentlichen Flächen entdeckt, sollte das jeweils zuständige Umweltamt informieren, um eine Bekämpfung zu veranlassen. In einigen Ländern wie z.B. der Schweiz gibt es bereits ganze Regierungsarbeitsgruppen, die sich mit der Verhinderung der Ausbreitung dieser "neuen" Pflanze beschäftigen.
Bildquelle: wikipedia.de

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