01.09.2017

Allergieprävention: Auf Milch und Eier bei der Beikost nicht verzichten

©Alexandr Vasilyev - Fotolia.com

Die Leitlinie zur Allergieprävention empfiehlt, Säuglinge mindestens 4 Monate lang ausschließlich zu stillen. Kann nicht oder nicht ausreichend gestillt werden, sollte entweder hydrolysierte Kuhmilch allein (sogenannte HA-Milch) oder in Kombination zur Muttermilch gegeben werden. Bezüglich der Beikost gilt bislang, dass weder ihr verspätetes Einführen noch das Weglassen potenter Nahrungsmittelallergene (z.B. Ei, Milch) einen präventiven Effekt auf die spätere Ausbildung einer Allergie des Kindes haben. Nur Fisch, am besten bereits in der Schwangerschaft und Stillzeit konsumiert sowie mit der Beikost verabreicht, hat nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft sogar die Fähigkeit, die Entstehung von Allergien zu reduzieren.

Kanadische Experten fanden nun aufgrund einer umfangreichen Untersuchung heraus, dass die verzögerte Einführung von bestimmten Lebensmitteln das Risiko für eine Allergie geradezu erhöht. Kinder, die keine Kuhmilch trinken, bis sie ein Jahr alt sind, haben der Untersuchung zufolge gegenüber Kindern, die die Milch früher konsumieren, ein fast viermal so hohes Risiko, auf Kuhmilcheiweiß sensibilisiert zu werden. Der Verzicht auf Eier und Erdnüsse im ersten Lebensjahr verdoppelt demnach das Risiko einer entsprechenden Sensibilisierung. Der Konsum von Eiern vor einem Alter von 12 Monaten hatte laut Studie sogar einen schützenden Effekt in Bezug auf eine Sensibilisierung gegenüber Kuhmilch, Erdnüssen und Eiern.

Bei einer Sensibilisierung entwickelt der Körper nach dem Erstkontakt mit einem Allergen eine spezifische Immunantwort, die bei einem erneuten Kontakt dann zu einer allergischen Reaktion führen kann. In der Folge kann sich zudem Asthma, allergischer Schnupfen und Neurodermitis entwickeln.

Der Verdacht auf eine Allergie sollte vom HNO-Arzt abgeklärt werden. Er berät auch zu den Behandlungsmöglichkeiten.

Quellen: Pediatric Allergy and Immunology, Bundesgesundheitsbl., AWMF,
Aktuelle S3-Leitlinie zur Allergieprävention 11/2014

äin-red

Aktuelles:

News Archiv

Aroma-Öle können für Kinder gefährlich sein

21.11.2017

Duftlämpchen mit Aroma-Ölen sind in der Herbst- und Winterzeit besonders beliebt. Doch durch das Einatmen ätherischer Öle wie Kampher, Eukalyptus und Menthol können Kinder schwere Atemstörungen erleiden...

Piercing & Bodymodifying an Nase und Ohren zieht oft Komplikationen nach sich

17.11.2017

Piercings und Körpermodifikationen an Nase und Ohren liegen derzeit bei jüngeren Menschen im Trend. Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO-KHC) warnt eindringlich vor Komplikationen am Knorpel, die nur schwer heilen und bleibende Schäden hinterlassen. Für deren Korrekturen sorgen dann oftmals HNO-Ärzte mit Erfahrungen in der plastischen Chirurgie...

Nachrichten Archiv: