Tinnitus & unser Hörsinn

Geräusche aus der Umwelt gelangen als Schallwellen über die Ohrmuschel und den Gehörgang an das Trommelfell. Dessen Schwingungen werden von den drei Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel im luftgefüllten Mittelohr verstärkt in die sogenannte Schnecke (Cochlea) des flüssigkeitsgefüllten Innenohrs geleitet. An den Wänden der Schnecke befinden sich ca. 20.000 Sinneszellen (Haarzellen), die die mechanischen Schwingungen in elektrische Impulse umwandeln. Hierbei bewegen höhere Frequenzen vor allem die Haarzellen am Anfang der Schnecke, die tieferen Frequenzen Haarzellen an deren Ende. Die Impulse werden über die Fasern der Hörnerven an das Hörzentrum im Gehirn gesendet, wo das bewusste Hören stattfindet. In diesem Moment wird aus dem Ton eine Information.

Von Geburt an speichert jeder Mensch Hörwahrnehmungen in seinem Gedächtnis. In Verbindung mit diesen Erinnerungen kann ein ankommendes Geräusch verarbeitet werden und entwickelt sich im Hirn beispielsweise zu Sprache, einer Melodie oder einem akustischen Warnsignal. Gleichzeitig wird das Geräusch mit einem Gefühl besetzt. Das Gehör richtet sich an dem Bedürfnis des Menschen aus. Bei angenehmer Musik kann man entspannen und fühlt sich wohl. In einer gefährlichen Situation ist der Mensch dagegen sensibler für spezifische Geräusche, um sich ggf. in Sicherheit bringen zu können. Der Hörsinn ist dann sozusagen geschärft.

Einen beginnenden Tinnitus können wir zunächst keinem bekannten Ton zuordnen und emotional nicht begreifen. Daher signalisiert das Unterbewusstsein Gefahr, instinktiv reagiert der Betroffene mit Panik und fühlt sich dem fremden Geräusch hilflos ausgeliefert. Die daraus resultierende Sensibilität für das Geräusch, macht die Wahrnehmung oft nur noch stärker.

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