Tinnitus – Anzeichen und Verlauf

Ein Tinnitus kann die unterschiedlichsten Geräusche verursachen, die auch über den Tag variieren können: Ein Pfeifen, Rauschen, Hämmern, Zischen, Summen, Klingeln, Klopfen oder Knarren. Sie treten einzeln oder gemischt auf, andauernd oder ständig wiederkehrend, an- und abschwellend, veränderlich in der Frequenz, auf einem oder auf beiden Ohren. Am häufigsten beschreiben Patienten hohe Pieptöne oder ein monotones, tieferes Rauschen. Bei starker Schwerhörigkeit kann es auch eine Melodie sein. Liegt ein objektiver Tinnitus aufgrund von gefäßbedingten Prozessen vor, sind die Geräusche pulssynchron.

Ohrgeräusche werden von dem Patienten auf einem, beiden Ohren oder mittig im Kopf wahrgenommen. Objektiv gemessen sind sie nicht lauter als das Rascheln trockener Blätter, also knapp über der sogenannten Hörschwelle. Das ist die Grenze, ab der jemand individuell einen Ton hören kann.

Stress, körperliche Überbeanspruchung oder Alkoholgenuss können verstärkend wirken. Manche Menschen nehmen ihr Geräusch aufgrund der Stille besonders in der Nacht wahr und schlafen daher schlecht ein.

Im Zusammenhang mit einer Schwerhörigkeit wird ein Tinnitus lauter empfunden, da die Geräusche aus der Umwelt nicht mehr ablenkend wirken.

Schwindel und Hörminderung können mit einem akuten Tinnitus – vor allem im Zuge eines Hörsturzes einhergehen.

Vor allem in der akuten Phase des Tinnitus reagiert etwa die Hälfte der Betroffenen übermäßig empfindlich auf laute Geräusche in der Umwelt (Hyperakusis). Leise Musik, Stimmengemurmel oder Autoverkehr wirken hingegen angenehm, da sie das innere Geräusch in den Hintergrund drängen.

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