Schnarchen & Schlafapnoe – konservative Behandlung beim HNO-Arzt

Eine Schlafapnoe muss in jedem Fall behandelt werden. Das Ziel ist dabei die Normalisierung der Atmung durch Erweitern oder Offenhalten der verengten Atemwege und Unterstützung des Atemantriebes. Die Therapiemaßnahmen richten sich nach der individuellen Beeinträchtigung des Patienten und dem möglichen Nutzen der Methode.

Gewöhnliches Schnarchen bedarf aus gesundheitlichen Gründen keiner gezielten Therapie, sofern es nicht mit Atemaussetzern einhergeht. Allerdings können sich auch hier Betroffene und leidtragende Partner über Behandlungsmöglichkeiten von ihrem HNO-Arzt beraten lassen.

Die Beachtung der Empfehlungen zur richtigen Schlafhygiene und eine Gewichtsabnahme können in einigen Fällen bereits zur Besserung und sogar zum Verschwinden von Schnarchen und Schlafapnoe führen. Meist sind jedoch noch weitere Behandlungsmaßnahmen erforderlich.

Richtige Schlafhygiene

Schlafhygiene - so bezeichnen Schlafmediziner Maßnahmen, die zu einer guten Schlafqualität verhelfen. Denn vor und während der Nachtruhe gilt es einiges zu beachten, damit sich der Organismus auch wirklich regenerieren kann. Diese Maßnahmen verbessern Schlafqualität und Atmung - entsprechend sollten sie sowohl von Menschen, die schnarchen als auch von Patienten mit Schlafapnoe berücksichtigt werden:

Schlafen in Seitenlage: Am besten schläft man in Seitenlage. Denn Schlafen in Rückenlage begünstigt Schnarchen und Atemaussetzer. Um des Nächtens in der Seitenlage zu bleiben und nicht wieder auf den Rücken zurück zu rollen, helfen ein kleines Kissen oder ein Stückchen Schaumstoff. Sie werden im Rücken platziert - sobald der Betreffende sich auf den Rücken legt, sorgt der unangenehme Druck dafür, dass er sich wieder auf die Seite dreht.

  • Erhöht schlafen: Wenn es mit der Seitenlage nicht klappen will, kann man sich auch durch eine erhöhte Lage des Oberkörpers behelfen. Dazu eignet sich der Einsatz von zwei dicken Kopfkissen oder eines speziell dafür gefertigten Schaumstoffkeils.
  • Ruhig und kühl: das Schlafzimmer sollte möglichst ruhig und kühl sein; ideal sind 14 bis 18 Grad Celsius. Zudem sollte für frische Luft gesorgt werden, Zugluft jedoch vermeiden.
  • Geregelte Bettzeiten: Es empfiehlt sich, möglichst regelmäßige Bettgehzeiten einzuhalten. Das stellt den Körper auf einen geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus ein.
  • Kein Schlummertrunk: Alkohol entspannt die Muskeln und kann dazu führen, dass die Atemmuskeln noch mehr erschlaffen. Damit verstärkt sich das Schnarchen und die Häufigkeit der Atemstillstände kann zunehmen. Deshalb sollte zwei, noch besser drei Stunden vor dem Zubettgehen kein Alkohol mehr getrunken werden.
  • Abends light: Das Abendessen sollte nicht zu schwer und nicht zu eiweißhaltig sein. Zudem sollte man nicht zu spät essen, da ansonsten die Schlafqualität zusätzlich leidet und es leichter zu Sodbrennen kommen kann.
  • Keine Beruhigungs- und Schlafmittel: Auf diese sollte verzichtet werden, da sie meist den Antrieb der Atmung vermindern.

Abnehmen

Übergewicht beeinträchtigt die Durchlässigkeit der Atemwege erheblich und erhöht die Häufigkeit der Atemstillstände. Eine Reduzierung des Körpergewichts hat entsprechend sehr positive Auswirkungen auf das Schnarchen und vor allem auch auf eine Schlafapnoe. Jedes Pfund weniger auf den Rippen wirkt wie ein Arzneimittel.

Weitere Maßnahmen

Nasenpflaster

Eine einfache Möglichkeit weiche Nasenflügel mit Engstelle an der sog. Nasenklappe zu verringern besteht in der Anwendung von Nasenpflastern, die den Nasenflügel außen stabilisieren.

Biss-Schiene & Co.

Zunächst kann ein Versuch mit Biss-Schienen, Zungenbinden oder Nasenpflastern gemacht werden. Diese Gerätschaften dienen dazu, die Atmung zu verbessern - indem beispielsweise die Zunge fixiert oder der Unterkiefer mit der so genannten Esmarch-Schiene nach vorne verlagert wird. Gegen die Atemstörung an sich, können sie nichts ausrichten. Bei leichter Schlafapnoe können Biss-Schiene & Co. jedoch ausprobiert werden.

Überdruckbeatmung (CPAP-Maske)

Bei einer obstruktiven Schlafapnoe ist heute eine Überdruckbeatmung der Gold-Standard. Denn diese Behandlung ist vor allem bei erschlafften Rachenwänden die wirksamste Maßnahme und zeigt sehr gute Erfolge. Eine Reihe von Studien hat dies ebenso bereits belegt.

Die Überdruckbeatmung erfolgt wie der Name schon sagt mit Überdruck: Über eine Maske auf Mund und Nase oder auf der Nase alleine wird dem Patienten Raumluft mit einem leichten Überdruck zugeführt. Dadurch können die oberen Atemwege offen gehalten werden, denn der Überdruck verleiht ihnen von innen Festigkeit. In Folge ist die Atmung nicht mehr beeinträchtigt und die Atemstillstände verschwinden. Die Atemmaske muss jedoch die ganze und jede Nacht getragen werden. Für viele Patienten ist das nicht so einfach, da sie das Tragen der Maske als sehr belastend empfinden.

Doch die Mühsal lohnt sich: Die nCPAP-Behandlung, wie die Überdruckbeatmung von nasal Continous Positive Airway Pressure auch genannt wird, hat eine hohe Wirksamkeit. Da die nächtlichen Atemaussetzer ausbleiben, verbessert sich die Schlafqualität enorm. Die Patienten können sich nun im Schlaf wieder erholen und sind tagsüber nicht mehr müde. Ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit steigt und mit ihr die Lebensqualität. Auch andere Begleiterscheinungen der Schlafapnoe, wie allen voran das Sodbrennen, werden deutlich verringert bis hin zum völligen Verschwinden.

Sauerstoffbehandlung

Die zusätzliche Gabe von Sauerstoff wird nur angewendet, wenn der Sauerstoffgehalt im Blut zu niedrig ist. Dies kann vorkommen, wenn zusätzlich zur Schlafapnoe Schädigungen der Lunge bestehen.

Medikamente

Bislang gibt es keine Arzneimittel, die sich in der Behandlung von Schlafapnoe als dauerhaft wirksam erweisen. So ist etwa bei Theophyllin, das zur Steigerung des Atemantriebs eingesetzt wird, die Wirksamkeit fraglich. Allerdings können die Begleitsymptome der Schlafapnoe erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden. Dies betrifft vor allem Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen. Bei der Einnahme solcher Präparate sind jedoch nach intensiver Absprache mit dem Arzt stets Vor- und Nachteile abzuwägen - die Nebenwirkungen könnten sonst die Lebensqualität des Patienten unnötig weiter herabsetzen.

Vorgehen bei zentral bedingter Schlafapnoe

Eine zentral bedingte Schlafapnoe behandelt der HNO-Arzt nicht, sondern überweist den Patienten an einen Neurologen oder Internisten.

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