Schnarchen & Schlafapnoe – Entstehung und Einteilung

Die Schlafmedizin unterscheidet zwischen einfachem (primärem) Schnarchen sowie der ob-struktiven und der zentralen Schlafapnoe.

Einfaches oder primäres Schnarchen

Beim einfachen Schnarchen kommt es noch nicht zu einem Atemstillstand. Durch die Verengung der Atemwege erhöht sich allerdings die Strömungsgeschwindigkeit der ein- und ausgeatmeten Luft. Das führt dazu, dass sich der Luftdruck im Rachenraum vermindert. Dies bewirkt im Verbund mit der erschlafften Muskulatur, dass die weichen Gewebe des Mund- und Rachenraumes im Luftstrom flattern. Dieses leichte Vibrieren erzeugt dann die typischen Schnarchgeräusche.

Obstruktive Schlafapnoe

Bei der obstruktiven Schlafapnoe (OSAS = obstruktives Schlafapnoe-Syndrom) erfolgt ein Kollaps im Rachenraum - zu wiederholten Malen während des Schlafens. Durch den entstehenden Unterdruck verengen sich die oberen Atemwege derart, dass sie zeitweise komplett blockiert werden. Damit wird die Atmung für einige Sekunden vollständig unterbrochen. Dies gibt sich an den Pausen beim Schnarchen zu erkennen. Bedingt durch den Atemstillstand sinkt der Sauerstoffgehalt und der Kohlendioxidgehalt steigt im Gegenzug an. Zugleich verlangsamt sich der Puls. Ein Zustand, der eine umgehende Alarmmeldung an das Gehirn auslöst. Das Atemzentrum gibt daraufhin sofort den Befehl zur Verstärkung der Atmung sowie zum Anstieg von Blutdruck, Herzfrequenz und Muskeltonus. Damit setzt die so genannte Weckreaktion (Arousal) ein: Durch die Steigerung der Muskelspannkraft können sich die Atemwege wieder öffnen. Das ist meist von ungewöhnlich tiefen Atemzügen und lauten Schnarchgeräuschen begleitet.

Der vorübergehende Verschluss der Atemwege kann schwere Komplikationen nach sich ziehen.

Diese Form der Schlafapnoe tritt vor allem bei Männern auf, die übergewichtig sind. Dabei steigt die Häufigkeit mit dem Alter. Während bei den unter 60-jährigen Männern mit Übergewicht bundesweit 20% unter einer obstruktiven Schlafapnoe leiden, sind es bei den über 65-jährigen zu schweren Bundesbürgern beachtliche 60%. Frauen sind auf Grund anderer anatomischer Gegebenheiten im Bereich der oberen Atemwege sowie durch höhere Mengen weiblicher Hormone, der Östrogene, weniger häufig betroffen.

Die obstruktive Schlafapnoe ist deutlich häufiger und auch schwerwiegender als die zentrale Schlafapnoe.

Zentrale Schlafapnoe

Bei der zentralen Schlafapnoe verschließen sich die oberen Atemwege nicht. Dafür wird die Muskulatur des Brustraums inaktiv. Das führt dazu, dass die Atmung nicht ausreichend ange-

trieben wird - es gibt zu wenig Atemzüge und diese sind nicht tief genug. In der Folge bekommt der Körper nicht genügend Sauerstoff, woraufhin die Alarmglocken im Gehirn läuten: Es sendet umgehend Wecksignale, damit der Betreffende aufwacht und seine Atmung wieder aufnimmt.

Auch die zentrale Schlafapnoe findet sich häufiger bei Männern und nimmt mit dem Alter zu: Jeder Vierte über 60 Jahren leidet darunter.

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