Riechstörungen – Anzeichen und Auswirkungen

Riechstörungen können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Ist das Riechempfinden bei einer kompletten Anosmie vollkommen verschwunden, kann der Patient keine Duftstoffe mehr wahrnehmen. Im Falle eines partiellen Verlustes des Riechvermögens löst ein ganz bestimmter Duftstoff keine Reize mehr an den Sinneszellen der Riechschleimhaut aus und kann in Folge nicht mehr wahrgenommen werden. Viele Patienten mit Riechstörungen haben noch die Fähigkeit, Duftstoffe in einem sehr stark eingeschränkten Ausmaß wahrzunehmen - die so genannte funktionelle Anosmie.

Bei der vor allem im Alter häufig auftretenden Hyposmie ist das Riechvermögen mehr oder weniger stark vermindert. Der Verlust der Geruchswahrnehmung ist dabei von Patient zu Patient sehr verschieden. Zudem kann das Riechvermögen auch schwanken - das heißt einmal besser, fast wie früher, und dann wieder schlechter sein.

Einige der Betroffenen sind auch übermäßig geruchsempfindlich. Bei der vergleichsweise selten auftretenden Hyperosmie reagieren die Riechsinneszellen des Betroffenen übermäßig stark auf Geruchsreize. Jedweder Duftstoff, angenehm oder eklig, wird deutlich intensiver wahrgenommen. Dieses Phänomen tritt z.B. im Rahmen von Migräne-Anfällen auf. Diese Überempfindlichkeit kann sich aber auch nur auf bestimmte Duftstoffe beschränken (olfaktorische Intoleranz).

Patienten mit qualitativen Riechstörungen nehmen Gerüche anders wahr als gesunde Personen. Geruchsillusionen können im Zuge von psychiatrischen Erkrankungen, wie beispielsweise schizophrenen Psychosen auftreten. Allerdings sind diese Riechstörungen sehr selten. Das gilt auch für das Phänomen, dass der Patient Duftstoffe wahrnimmt, die seine Riechschleimhaut jedoch nie erreicht haben. Bei dieser so genannten Phantosmie lösen die Sinneszellen der Riechschleimhaut eine Erregung aus, ohne dass ein Geruchsreiz vorliegt.

Einbuße an Lebensqualität

Ein liebendes PaarRiechstörungen sind ebenso wie Schmeckstörungen alles andere als eine Bagatelle, sondern eine große Beeinträchtigung. Die Betroffenen haben auf Grund ihrer eingeschränkten Riechwahrnehmung ganz entscheidende Einbußen in ihrer täglichen Sinneswelt und damit auch in ihrer Lebensqualität. So viele Düfte und Gerüche sind ihnen vorenthalten: Zum Beispiel der Duft von frisch gebrühtem Kaffee, vom noch warmen Apfelkuchen vom Bäcker nebenan, von dem wunderschönen Rosenbukett auf dem Tisch, aber eben auch der eigentlich vertraute Geruch des Partners oder des Kindes. Abgesehen vom Riechempfinden ist zudem auch das Schmeckvermögen deutlich vermindert: Bekanntlich können wir das Aroma einer Speise und eines Getränkes erst mit Hilfe des Geruchsinns in vollem Umfang wahrnehmen und genießen.

Sind Riechen und Schmecken nur eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich, bedeutet das allerdings weit mehr als weniger Genusserlebnisse. Riechstörungen sind noch mehr als Schmeckstörungen leider auch ein großes, allgegenwärtiges Risiko für die Patienten. Denn gefährliche Gerüche wie beispielsweise von giftigen Gasen oder anderen schädlichen Substanzen, von Feuern sowie von verdorbenen Lebensmitteln werden von ihnen nicht oder nicht mehr ausreichend wahrgenommen.

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