Wucherung der Rachenmandel – Anzeichen und Verlauf

Die wuchernde Rachenmandel verschließt die Öffnung zur Nasenhöhle hin und behindert damit die natürliche Nasenatmung. Folgen sind fast ständige Mundatmung, eine anscheinend permanent verstopfte Nase, Mundgeruch sowie ein unruhiger Schlaf mit Schnarchen und eventuell sogar Atemaussetzern (Schlafapnoe). Das Kind ist am Tage unausgeschlafen und dadurch weniger leistungsfähig, meistens eher schmächtig entwickelt und infektanfällig.

Oft ist die Artikulation behindert, das Kind spricht mit „näselnder Stimme" (Rhinophonia clausa). Bei Mundatmung kann die Nase ihrer Aufgabe, die eingeatmete Luft zu filtern und zu befeuchten, nicht mehr nachkommen. Dadurch gelangen Keime in die oberen Atemwege und die Schleimhäute trocknen aus. Zusätzlich nisten sich in der vergrößerten Rachenmandel Bakterien ein („Bakterienschwamm"). Es entwickeln sich immer wiederkehrende (rezidivierende) Mittelohrentzündungen oder chronische Entzündungen in der Nase, den Nasennebenhöhlen (Sinusitis) und in den Bronchien (Bronchitis).

Eine extreme Rachenmandel-Wucherung sieht man dem Kind oft auf den ersten Blick an, weil es beständig durch den Mund atmet und dadurch einen typischen Gesichtsausdruck annimmt, den der Facharzt als „Facies adenoida" bezeichnet.

 

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