Rachenentzündung - mögliche Komplikationen

Mandelentzündung

Gelegentlich kommt es bei einer Pharyngitis zu einer zusätzlichen bakteriellen Infektion der Gaumenmandeln (Angina tonsillaris, Tonsillitis), meist sind Streptokokken der Auslöser. Die Mandeln erscheinen dann gerötet, geschwollen und von einem fleckenartigen weißlich-gelblichen Belag überzogen, den so genannten Eiterstippchen. In diesem Fall leidet der Patient unter starken Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden, hat hohes Fieber und fühlt sich richtig schlecht. Eine eitrige Mandelentzündung gehört wegen möglicher gefährlicher Komplikationen in ärztliche Behandlung und sollte wegen der Gefahr des Ausstreuens auf andere Organe (Herdinfektion) mit Antibiotika behandelt werden.

Seitenstrang-Angina

Vor allem wenn dem Patienten die Mandeln bereits entfernt wurden (Tonsillektomie), wächst sich eine Pharyngitis nicht selten zu einer Seitenstrang-Angina aus (Angina lateralis). Hier sind zusätzlich die Lymphknoten geschwollen und der Patient klagt neben Halsschmerzen auch über allgemeine Krankheitssymptome wie Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber.

Kehlkopfentzündung

Legt sich die Entzündung auf den Kehlkopf oder die Stimmbänder, spricht man von einer Laryngitis. Neben Halsschmerzen leidet der Patient vor allem unter Heiserkeit bis hin zu einem völligen Verlust der Stimme. Ausgelöst wird eine akute Kehlkopfentzündung meist durch Viren. Die wichtigste Behandlung ist hier, die Stimme zu schonen und viel zu trinken - am besten Warmes!

Abszess-Bildung

Breitet sich eine lokale Entzündung des Rachenraums in das umliegende Bindegewebe aus, kann sich eine Eiteransammlung bilden und abkapseln. Man spricht dann von einem Abszess und unterscheidet je nach Lage zwischen einem Peritonsillarabszess (im Bindegewebe der Mandeln), einem Parapharyngealabszess (neben der Rachenregion). oder einem Retropharyngealabszess (hinter dem Rachen).

Kommt es wenige Tage nach einer akuten Rachen- oder Mandelentzündung zu einem erneuten Fieberanstieg mit einseitigen, meist massiven Schluckbeschwerden, Stichen im Ohr und behinderter Mundöffnung, sollte man diese Möglichkeit in Betracht ziehen. Hier ist dringend ein Besuch beim HNO-Arzt erforderlich, der eine gezielte antibiotische Behandlung (ggf. sogar stationär als Infusion) veranlasst und einen größeren Abszess durch Punktion entlasten wird. Lebensgefährlich wird es vor allem dann, wenn sich eine solche Entzündung über den Rachen- in den Brustraum ausbreitet (Mediastinitis), wo sich lebenswichtige Organe wie das Herz befinden.

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