Nasenpolypen – Ursachen und Risiken

Nasenpolypen bilden sich meist als Folge einer chronischen Entzündung entweder der Nasenschleimhaut oder der Nasennebenhöhlen (chronische Sinusitis). Außerdem scheint eine individuelle Veranlagung eine gewisse Rolle zu spielen. Der genaue Entstehungsmechanismus ist allerdings nicht abschließend geklärt.

Für eine Entzündung der Nasennebenhöhlen oder der Nasenschleimhäute gibt es viele Ursachen. Eine der häufigsten ist eine allergische Veranlagung. So leiden ca. 25% der Patienten mit Nasenpolypen unter einem allergischen Schnupfen (allergische Rhinitis).

Aber auch anatomische Besonderheiten wie eine verkrümmte Nasenscheidewand (Septumdeviation) oder zu enge Nebenhöhlenöffnungen (Ostien) können zu immer wiederkehrenden Entzündungen führen, wenn das Nasensekret nicht richtig abfließen kann.

Asthmatiker leiden überdurchschnittlich häufig an Nasenpolypen - insgesamt liegt bei 20 bis 40% der Betroffenen ein Bronchialasthma vor. Auch 6-15 % der Patienten, die an einer Schmerzmittelunverträglichkeit (Analgetika-Intoleranz) leiden, sind von Nasenpolyen betroffen. Offensichtlich gibt es auch einen direkten Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Asthma, Polypen und der Unverträglichkeit von bestimmten Schmerzmitteln, der als Samter-Trias oder auch Aspirin-Trias bekannt ist.

Ein weiterer häufiger Auslöser von nasalen Polypen ist die Stoffwechselkrankheit Mukoviszidose. Der zähe Schleim in der Nase, der für diese Krankheit typisch ist, kann schlecht abfließen, entzündet sich lokal und führt auf diesem Weg zu Nasenpolypen. Etwa jeder zweite erwachsene Mukoviszidose-Patient und jedes dritte Kind sind betroffen. Ansonsten tritt das Problem Nasenpolypen bei Kindern praktisch nicht auf.

Zu den eher seltenen Ursachen für Nasenpolypen gehört die primäre Ziliendyskinesie, eine Erbkrankheit, bei der die Funktion der Flimmerhärchen (Zilien) in der Nase gestört ist. Bei gesunden Menschen bewegen sich die Flimmerhärchen wie ein Weizenfeld im Wind und transportieren Keime und Schadstoffe fort, die in die Nase gelangt sind. Bei einer Störung der Zilienfunktion kommt es zu vermehrten Schleimhautentzündungen und als Folge zu Polypen.

Mögliche Risikofaktoren

Ein geschwächtes Immunsystem sowie äußere Reize, wie z.B. die permanente Belastung durch Chemikalien oder trockene Luft am Arbeitsplatz, können eine Rolle bei der Entstehung von Nasenpolypen spielen. Außerdem hat man in Studien festgestellt, dass übermäßiger Alkoholgenuss zumindest einen negativen Einfluss auf die Rückfallquote nach einer Operation hat.

Aktuelles:

News Archiv

Hauttumoren im Kopf- und Halsbereich: Medikamentöse Therapien versprechen neue Ära

17.10.2017

Mit der Immunonkologie steht die Krebsmedizin vor einer neuen Ära. Statt Tumorzellen direkt anzugreifen, werden mithilfe spezieller Medikamente körpereigene Immunzellen unterstützt. Die 51. Fortbildungsveranstaltung für Hals-Nasen-Ohrenärzte befasst sich in diesem Jahr mit diesem und weiteren Themen aus dem Bereich der Onkologie...

Allergien, Schwindel, Schwerhörigkeit: HNO-Experten stehen beim Patiententag Rede und Antwort

12.10.2017

Immer mehr Menschen hören schlecht, reagieren allergisch auf Umwelteinflüsse oder leiden unter Schwindelanfällen. Beim Patiententag des Deutschen Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte am 28. Oktober 2017 in Mannheim informieren HNO-Experten über moderne Therapien und stellen sich den Fragen der Besucher...

Nachrichten Archiv: