Nasenpolypen – Definition und Häufigkeit

Gesichtsausschnitt mit Nase und MundNasale Polypen („Polyposis nasi et sinuum", sinuum = Nasennebenhöhle) sind gutartige Gewebewucherungen der Nasenschleimhaut. Sie entstehen in den Nasennebenhöhlen und wachsen von dort aus in die Nasenhaupthöhle hinein. Vor allem die Siebbeinhöhlen und die Keilbeinhöhle sind für die Bildung von Polypen prädestiniert. Manchmal finden sie sich auch im Bereich des ostiomeatalen Komplexes wegen des geringen Abstandes der dortigen Schleimhäute.

Nasenpolypen bestehen aus weichem, mit Flüssigkeit gefülltem (ödematösem) Bindegewebe und treten fast immer beidseitig auf. Meist sind sie glasig honigfarben oder gräulich-rosa und wachsen tropfenförmig an einem Stil aus der Schleimhaut heraus; sie können aber auch flächig aufsitzen. In ihrer Größe können sie stark variieren - von wenigen Millimetern bis hin zu ausgeprägten Formen von mehreren Zentimetern, die die Nasenhöhle vollständig verstopfen.

Je nach Ausmaß leidet der Patient vor allem unter einer behinderten Nasenatmung und deren Folgen. So kann die Nase ihre wichtigen Aufgaben - die Reinigung, Befeuchtung und Erwärmung der Atemluft - nicht mehr richtig erfüllen. Der Patient atmet bevorzugt durch den Mund. Erreger können dadurch ungehindert in die Atemwege eindringen und zu Reizungen und Entzündungen im Rachen (Pharyngitis), des Kehlkopfs (Laryngitis) oder der Bronchien (Bronchitis) führen.

Häufig ist die Schleimhaut durch vererbte Anlagen anfällig für die Entstehung von nasalen Polypen beispielsweise bei chronischen Entzündungen der Nasenschleimhaut oder Nasennebenhöhlen (chronische Sinusitis). Auch bei Allergikern, Asthmatikern, Patienten mit Schmerzmittelunverträglichkeit (Analgetika-Intoleranz) und Mukoviszidose-Patienten tritt das Problem gehäuft auf. Insgesamt sind etwa 4% der deutschen Bevölkerung betroffen, Männer doppelt so häufig wie Frauen. Nasenpolypen können im Prinzip in jedem Alter entstehen, meistens treten sie jedoch erst nach dem 30. Lebensjahr auf.

Kinder bekommen Nasenpolypen fast ausschließlich, wenn sie unter der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose leiden. Die umgangssprachlich oft ebenfalls als „Polyp" bezeichnete Rachenmandel (Adenoid), die bei Kindern häufig Probleme bereitet, hat mit echten Polypen nichts zu tun!

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