Nasenbluten - Behandlung beim HNO-Arzt

Erstes Ziel der Behandlung ist es immer, das akute Nasenbluten zu stoppen. Häufig läuft die Ursachenfindung daher parallel oder leicht versetzt zur Therapie. Bei einer leichten, eindeutig lokalisierbaren Blutung im vorderen Nasenbereich verödet der HNO-Arzt die Blutgefäße. Das geschieht z.B. mit einer Säureätzung oder mit einer Elektro- oder Laserkoagulation. Mit einer Salbe wird der Naseninnenraum nachbehandelt.

Kann der Arzt die Blutung durch eine Verödung nicht stoppen bzw. kann die Blutungsquelle nicht sofort ausgemacht werden, wird eine Tamponade gelegt. Dafür kommen salbengetränkte Gaze-Streifen oder auch Schaumstoff-Tamponaden in Frage. Sie müssen immer beidseitig gelegt werden, damit genügend Druck auf die Blutgefäße erzeugt wird und der Druck auf die Nasenscheidewand nicht einseitig ist. Alternativ gibt es auch aufblasbare Ballonkatheter aus Silikon.

Bei Nasenbluten aus den hinteren Bereichen und dem Nasen-Rachen-Raum wird oftmals unter Betäubung eine spezielle, so genannte hintere Tamponade gelegt (Bellocq-Tamponade). Bei vorderen Tamponaden, die länger als 2 Tage in der Nase bleiben, und bei den hinteren Nasen-Tamponaden wird aufgrund der Infektionsgefahr vorbeugend ein Antibiotikum gegeben.

Bei heftigen, unstillbaren Blutungen aus dem oberen Nasenbereich können als letzter Ausweg die versorgenden Gefäße mit einem Clip unterbunden oder verschlossen (embolisiert) werden. Immer wiederkehrende Blutungen können manchmal nur durch einen operativen Eingriff sinnvoll behandelt werden. Bei starkem Blutverlust und Kreislauf-Problemen, muss eventuell eine Infusion oder sogar eine Bluttransfusion gegeben werden.

Liegen dem Nasenbluten systemische Ursachen zugrunde, ist eine Behandlung der Grunderkrankung unerlässlich, um langfristige Besserung zu erlangen. Stellt der Arzt als Ursache eine Blutgerinnungsstörung fest, können Medikamente die Blutung stoppen. Wenn das Nasenbluten durch Bluthochdruck verursacht wird, muss der Patient mit blutdrucksenkenden Mitteln behandelt werden. Hier wird bei der Therapie eng mit anderen Fachdisziplinen zusammengearbeitet, wie z.B. den Allgemeinmedizinern und Internisten.

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