Akute Mittelohrentzündung - Anzeichen und Verlauf

Bei einer akuten Mittelohrentzündung setzt oft plötzlich ein starker, pulsierender bzw. stechender Schmerz in einem oder beiden Ohren ein. Meist ist die Hörfähigkeit herabgesetzt, d.h. der Schall wird nicht optimal über das Mittelohr an das Innenohr übertragen (Schallleitungsschwerhörigkeit). Die Schmerzen können von Fieber, Gleichgewichtsstörungen, Ohrgeräuschen, Kopfschmerzen, Herzrasen und einem schlechten Allgemeinbefinden begleitet sein. Der Warzenfortsatz hinter dem Ohr reagiert manchmal bei Berührung empfindlich.

Ist die Schleimhaut im Nasen-Rachen-Raum infolge einer Infektion geschwollen, wird die Ohrtrompete (Tube) eingeengt und das Mittelohr wird nicht ausreichend belüftet (Tubenbelüftungsstörung). Die Keime finden dadurch einen Nährboden für die Entzündung der Schleimhaut in der Paukenhöhle und es kann zu Flüssigkeitsansammlungen (Sekret) kommen, Paukenerguss genannt.

Das Trommelfell ist gerötet, vorgewölbt und möglicherweise bereits bis stecknadelkopfgroß verletzt. Eine solche Perforation entsteht, wenn sehr viel Sekret produziert wird und dies bei einer geschwollenen Tube nicht in den Rachenraum ablaufen kann. Der Druck auf das Trommelfell wird dann zu groß und durch den Riss läuft das Sekret nach außen ab, der Schmerz auf dem Ohr lässt sofort nach. Das ablaufende Sekret bezeichnet man als Ohrenfluss (Otorrhö).

Vor allem bei Kindern ist das Sekret häufig geruchlos, trübe und wässrig (serös), eventuell leicht blutig, im weiteren Verlauf zunehmend dickflüssig und eitrig. Klingt die Entzündung ab, wird es zäh und schleimig. Der Ohrenfluss ist allerdings kein obligatorisches Symptom. Bei Kleinkindern überwiegen sogar häufiger hohes Fieber und allgemeine Beschwerden wie z.B. unspezifische Bauchschmerzen.

In den ersten Lebenswochen eines Kindes können Infektionen besonders gut aufsteigen, da die Ohrtube noch sehr weit und kurz ist und die Rachenmandeln vielfach vergrößert. Erkennbares Symptom einer Säuglings-Otitis ist der so genannte Ohrzwang, d.h. die Säuglinge greifen sich ständig an das Ohr. Die Babys sind quengelig, unruhig, appetitlos und mögen nicht trinken. Die Bildung von geruchlosem schleimig-eitrigem Ohrsekret ist typisch.

Erkranken Kleinkinder mehrfach an einer Mittelohrentzündung, kann ihr Hörvermögen dauerhaft eingeschränkt werden, was sich zusätzlich negativ auf die sprachliche Entwicklung auswirkt. Bei mehr als drei Infektionen innerhalb von sechs Monaten spricht man von einer wiederkehrenden akuten Otitis media. Die Ursachen hierfür müssen vom HNO-Arzt abgeklärt werden.

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