Kehlkopfentzündungen - Anzeichen & Verlauf

Akute Formen

Akute Kehlkopfentzündung (akute Laryngitis)
Erstes und deutlichstes Anzeichen einer akuten Kehlkopfentzündung ist Heiserkeit - von einem leichten Krächzen bis hin zum totalen Stimmverlust (Aphonie) - bedingt durch die entzündeten, geschwollenen Stimmbänder. Dazu kommt häufig ein rauer, trockener, teilweise auch bellender Husten. Beim Schlucken oder Sprechen kann der Patient lokale Schmerzen verspüren. Manchmal tritt Fieber auf, es ist selten hoch. In seltenen Fällen kann eine besonders starke Schwellung der entzündeten Stimmlippen auch zu Atemnot führen. Diese Komplikation kommt bei Kindern häufig vor (Pseudokrupp), ist bei Erwachsenen aber eher selten. Ein Schmerz hinter dem Brustbein (Retrosternalschmerz) deutet auf eine Mitbeteiligung der Luftröhre (Laryngotracheitis) hin.

Im Normalfall verläuft eine akute Laryngitis harmlos und heilt innerhalb weniger Tage von selbst aus - vorausgesetzt dass der Patient seine Stimme wirklich schont. Hält die Heiserkeit trotzdem länger als zwei Wochen an, sollte der Betroffene unbedingt einen HNO-Arzt aufsuchen, da eine bösartige Geschwulst am Kehlkopf (Kehlkopfkarzinom), die ähnliche Symptome auslöst, ausgeschlossen werden muss.

Pseudokrupp
Eine akute Kehlkopfentzündung im Rahmen eines Virusinfekts äußert sich bei Kindern sehr häufig in einem sogenannten Pseudokrupp. Meistens sind die Kinder bereits erkältet und haben einen leichten Husten und Fieber. Die klassischen Symptome treten dann sehr plötzlich und typischer Weise am Abend oder in der ersten Nachthälfte auf: Das Kind bekommt einen starken trockenen, bellenden Husten („Seehundgebell"), hinzu kommen Heiserkeit und Atemnot. Beim Einatmen ist ein zischendes, pfeifendes Atemgeräusch (inspiratorischer Stridor) zu hören. Durch die Aufregung kann es zu Erstickungsanfällen kommen, deshalb ist es besonders wichtig, das Kind zu beruhigen. In den meisten Fällen klingen die Beschwerden durch einfache Maßnahmen wie frische Luft und Befeuchten der Luft von selber ab.

Bei Anzeichen für eine schwere Atemnot ist allerdings sofort der Notarzt zu rufen! Diese Anzeichen sind:

  • sichtbares Einziehen der Haut zwischen den Rippen beim Atmen
  • Beben der Nasenflügel
  • zunehmendes Pfeifen
  • blasse Haut, bläuliche Verfärbung der Lippen

Die Symptome können sich in den folgenden Nächten wiederholen, fallen dann aber meist deutlich schwächer aus. Bei einem normalen Verlauf ist eine Laryngitis subglottica in ein bis drei Tagen überwunden.

Kehldeckelentzündung (Epiglottitis)
Eine Kehldeckelentzündung macht sich durch drei typische Symptome bemerkbar: Rachenentzündung (Pharyngitis), Schluckschmerzen (Dysphagie) und Atemnot (Dyspnoe). Die Betroffenenwirken schwer krank, haben hohes Fieber und klagen - im Unterschied zum Pseudokrupp - über starke Halsschmerzen. Hinzu kommen Schluckbeschwerden, starke Speichelbildung und eine „kloßige" Sprache. Die Atmung hört sich durch den Speichel „karchelnd" bzw. röchelnd an, nicht pfeifend wie beim Pseudokrupp. Der Patient begibt sich bevorzugt in eine sitzende Haltung mit nach vorne gebeugtem Kopf und nach vorne gestützten Armen. Durch die rasch zunehmende Schwellung des Kehldeckels kommt es zu Atemnot, die sehr schnell in lebensbedrohliche Erstickungsanfälle übergehen kann. Heiserkeit oder Husten treten nur selten auf.

Der Verlauf einer Epiglottitis kann dramatisch sein. Mit Antibiotika lässt sich in den meisten Fällen eine schnelle Abheilung erzielen. Treten Abszesse auf, muss operiert werden (Entlastung des Abszesses).

Diphtherie (Echter Krupp)
Meist entwickelt sich eine Kehlkopf-Diphtherie aus einer vorhergehenden Rachen-Diphtherie. Die Symptome sind bellender Husten, Heiserkeit und Stimmlosigkeit (Aphonie). Das Einatmen fällt schwer und geht mit Pfeifgeräuschen einher. Bei richtiger Therapie ist eine Diphtherie zwar langwierig, es bestehen aber gute Heilungschancen.

Chronische Laryngitis

Die verschiedenen Formen der chronischen Laryngitis treten mehr oder weniger alle mit den gleichen Anzeichen auf, die wechselnd stark über mehrere Wochen anhalten. Diese sind in erster Linie Stimmveränderungen wie Heiserkeit, eine tiefere Stimmlage und Stimmlosigkeit, begleitet von Räusperzwang, trockenem Husten, lokalen Schmerzen und einem allgemeinen Trockenheitsgefühl im Rachen. Manchmal hat der Patient auch das Gefühl, einen Fremdkörper im Hals stecken zu haben (Globusgefühl). Schmerzen sind aber eher selten.

Der Verlauf einer chronischen Laryngitis hängt in erster Linie davon ab, ob und wie schnell es gelingt, die zugrundeliegende Ursache (z.B. Rauchen, chemische Belastung, gut- oder bösartige Geschwulst) auszuschalten bzw. zu behandeln.

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