Gesichtslähmung - Behandlung beim HNO-Arzt

Die Therapiemethoden einer Gesichtslähmung richten sich nach der Schwere der Symptome sowie dem Vorliegen etwaiger Grunderkrankungen. Kann keine Ursache gefunden werden, liegt der Fokus auf der Linderung der Beschwerden und Vermeidung von Komplikationen. Die Behandlung erfolgt im Normalfall ambulant.

Behandlung der Symptome

  • Krankengymnastisches Training der Mimik, Massagen und Lymphdrainagen, um eine Verhärtung der Muskulatur zu verhindern und gleichzeitig deren Spannung zu verbessern.
  • andere physiotherapeutische Übungen sollen die Geschmacksnerven reaktivieren. Hierbei wird u.a. einige Male mit einem Eiswürfel sehr schnell über die Zunge gestrichen.
  • Anlegen eines Uhrglasverbands
  • Tropfen mit künstlicher Tränenflüssigkeit oder Augensalbe, um die Austrocknung des Auges zu verhindern.
  • Gabe von Kortison und Vitamin-B-Komplex
  • Durchblutungsförderung mittels Infusionen
  • Verabreichung von Schmerzmedikamenten
  • operative Entlastung des Nervs, was meist eine Durchtrennung der Nervenfasern mit sich bringt und daher inzwischen kaum noch angewendet wird.

Naturheilkundliche Verfahren sowie der Einsatz von Reizstrom können im Einzelfall unterstützend wirken, ihr Nutzen ist wissenschaftlich bisher allerdings nicht nachweisbar.

Leidet der Betroffene unter Synkinesien, kann Botulinum-Toxin in die entsprechenden Muskeln gespritzt werden, um die unwillkürlichen Bewegungen zu verringern.

Therapie der Grunderkrankung

  • Herpes-Viren werden mit einem Virostatikum, das die Ausbreitung der Viren verhindern soll, behandelt.
  • Liegt eine Borreliose vor, ist ein Antibiotikum Mittel der Wahl.
  • Bei Diabetikern sollte in enger Zusammenarbeit mit einem Internisten die Überprüfung und Neueinstellung der Blutzuckerwerte erfolgen.


Therapie der otogenen, entzündlichen Fazialisparese

Im Falle einer vom Ohr ausgehenden, entzündlichen Fazialisparese wird die eigentliche Erkrankung, die akute oder chronische Mittelohrentzündung, behandelt.

Behandlung der traumatischen Gesichtslähmung

Wurde der Gesichtsnerv in Folge einer Verletzung oder einer Operation durchtrennt, können die Nervenenden durch einen chirurgischen Eingriff wieder verbunden werden.

Plastische Chirurgie

Ist die Gesichtslähmung dauerhaft und behindert den Patienten sehr bzw. entstellt ihn, besteht eine Reihe von Möglichkeiten der rekonstruierenden Chirurgie. Hierzu gehören die Transplantation von Nerven auf der betroffenen Seite oder die Verbindung mit Nerven der gesunden Seite ebenso wie die Implantation von Gold- oder Platingewicht in das Oberlid, um den Lidschluss zu verbessern. Zur Wiedererlangung der Mimik ist es außerdem mit speziellen Techniken möglich, Teile der Kaumuskulatur oder Teile aus dem Oberschenkel in die Wange zu verpflanzen.

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