Gesichtslähmung - Anzeichen und Verlauf

Eine Fazialisparese bildet sich innerhalb weniger Stunden aus, manchmal wachen Patienten damit sogar am Morgen auf. Der Höhepunkt wird meist nach ein bis zwei Tagen, spätestens nach einer Woche erreicht.

Die Beschwerden sind davon abhängig, an welchen Stellen der Nerv geschädigt ist. Mediziner teilen die Schwere der Erkrankung darüber hinaus in sechs Stufen. In Stufe I wirkt das Gesicht in Ruhe sowie Bewegung normal und unauffällig. In Stufe VI ist keinerlei Restbewegung mehr erkennbar, man spricht in diesem Fall von einer Paralyse.

Bei der peripheren Gesichtslähmung sind alle Äste im Gesicht betroffen: Der Patient kann die Stirn nicht mehr runzeln, das Auge auf der betroffenen Seite kann nie völlig geschlossen werden. Bei dem Versuch dreht sich der Augapfel nach oben (Bell-Phänomen). Manchmal sind Schmerzen hinter dem Ohr, im Kiefergelenk oder ein unbestimmtes taubes Gefühl in der Wange in den Tagen vor der Lähmung ein erstes Warnsignal.

Im Gegensatz hierzu kann bei einer zentralen Fazialisparese die Stirn gerunzelt und das betroffene Auge meist noch vollständig geschlossen werden. Zusätzlich sind aber fast immer Lähmungserscheinungen in Arm und Hand auf der betroffenen Seite zu beobachten.

Sowohl bei der peripheren als auch der zentralen Form sind die Lähmungen überwiegend einseitig, können aber in Folge einer Infektion, insbesondere einer Borreliose, beide Gesichtshälften betreffen.

Beiden Typen ist der hängende Mundwinkel auf einer Seite, der sich beim Sprechen nicht bewegt, gemeinsam. Dadurch wird die Aussprache undeutlicher und Speichel rinnt aus diesem Mundwinkel. Die Falte zwischen Nase und Mund wirkt verzerrt.

Es können ein trockener Mund sowie ein trockenes Auge, Probleme beim Essen und mit dem Schmecken sowie Schluckstörungen hinzukommen. Das Ohr auf der betroffenen Seite ist lärmempfindlicher, die Wange kann zum Pfeifen nicht mehr aufgeblasen werden.

Die Heilungschancen für eine idiopathische Gesichtslähmung sind gut. Bei etwa 90% der Patienten heilt die Lähmung unter entsprechender Therapie nach 4 bis 10 Wochen bzw. manchmal auch erst nach einigen Monaten vollständig aus.

Bei einer traumatischen Fazialisparese ist die Prognose abhängig vom Grad der Schädigung bei Therapiebeginn. Eventuell empfiehlt sich eine Operation mit Rekonstruktion des zerstörten Nervs.

In etwa 10% der Fälle bleibt die Mimik dauerhaft entstellt und kann eine plastische Operation erforderlich machen. Grundsätzlich ist die Prognose je schlechter, desto vollständiger die Lähmung ist.

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