Allergie - Hyposensibilisierung

Die Hyposensibilisierung bzw. spezifische systemische Immuntherapie (SIT) dient der Ursachenbekämpfung. D.h. das Immunsystem wird wieder toleranter gegenüber dem zum Allergen gewordenen Stoff aus der Umwelt gemacht. Dieses Ziel soll erreicht werden, in dem das Immunsystem lernt, keine IgE-Antikörper, sondern IgG-Antikörper zu produzieren. Die IgG-Antikörper bekämpfen normaler Weise Krankheitserreger und neu-tralisieren das Allergen, bevor es zur Bildung von IgE-Antikörpern mit Histamin-Freisetzung kommt.

Bei dieser Behandlungsform wird das Allergen in verdünnter und chemisch etwas veränderter Zusammensetzung in langsam ansteigender Dosis unter die Haut gespritzt. Alternativ gibt es die Möglichkeit, Tropfen einzunehmen, was bei Kindern oder sehr empfindlichen Patienten günstiger sein kann. Die Behandlung beginnt in der beschwerdefreien Zeit, bei Pollenallergikern meist im Herbst. Bei zeitlich unabhängigen Allergien kann die Hyposensibilisierung das gesamte Jahr über erfolgen. Da es in den ersten 30 Minuten nach der Therapie zu Schockreaktionen des Körpers kommen kann, muss der Patient in dieser Zeit unter strenger ärztlicher Beobachtung bleiben.

Die Therapie sollte laut offizieller Empfehlungen über drei Jahre durchgeführt werden. Daneben sind in einzelnen Fällen inzwischen Kurzzeittherapien über einige Wochen oder eine Cluster-Immuntherapie möglich, die nur eine Woche dauert. Die Behandlung zeigt den größten Erfolg bei Kindern und Jugendlichen sowie in den ersten Jahren nach Auftreten des allergischen Schnupfens.

Für erwachsene Pollenallergiker stehen auch verschiedene Immuntherapeutika zur Einnahme zur Verfügung, wie Tropfen oder die "Gräserimpftablette", die einmal täglich über drei Jahre im Mund aufgelöst werden muss. Für starke Asthmatiker wird die Behandlung nicht empfohlen. Weitere Anwendungsgebiete sind in der Erforschung.

Ihr HNO-Arzt berät Sie, welche Therapieform für Sie am besten geeignet ist.

Aktuelles:

News Archiv

Mundtrockenheit kann Entzündungen begünstigen

18.08.2017

Häufige Mundtrockenheit sowie Speichelsteine können zu unangenehmen und schmerzhaften Entzündungen der Mundschleimhaut oder der Speicheldrüsen führen. Daher sind ausreichend Trinken und eine Anregung des Speichelflusses ganz wichtig...

Heftige Drehschwindelanfälle HNO-ärztlich abklären lassen

14.08.2017

Schwindel ist ein Leitsymptom vieler Erkrankungen. Handelt es sich um heftige Drehschwindelanfälle, verbunden mit Hörproblemen, kann möglicherweise die so genannte Menière-Krankheit dahinter stecken...

Nachrichten Archiv: