Glossar
Aviäre Grippe („Vogelgrippe")
Werden Vögel von Grippe-Viren befallen, spricht man von einer aviären Influenza bzw. Vogelgrippe oder Geflügelpest. Gefährdet sind vor allem Hühner und Puten, d.h. Geflügel in Tierhaltung.Die Erreger der Vogelgrippe gehören zur Gruppe der Influenza-A-Viren. Alle bisher aufgetretenen schweren Ausbrüche wurden durch Viren vom Subtyp H5 und H7 verursacht. Es besteht die Möglichkeit, dass diese Viren sich mit „menschlichen" Grippe-Viren kreuzen, d.h. genetisches Material austauschen. Dabei können hochansteckende, gefährliche Viren mit Pandemie-Potenzial entstehen. Ein solches neues Influenza-Virus wäre für das menschliche Immunsystem völlig unbekannt. Eine Impfung gegen die saisonale Grippe schützt hier nicht. Die Standard-Grippe-Impfung kann allerdings das Risiko der Vermischung menschlicher und tierischer Viren und damit die Pandemie-Gefahr reduzieren.Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und verschiedene Institutionen in Deutschland wie das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) beobachten das Vorkommen und die Ausbreitung der Vogelgrippe sehr genau, um im Ernstfall sofort den neuen Virus-Subtyp analysieren und mit einer Impfstoff-Entwicklung beginnen zu können. Zur akuten Bekämpfung einer Grippe-Pandemie wäre man jedoch bis zur Fertigstellung und Auslieferung des Impfstoffs auf antivirale Medikamente, so genannte Neuraminidase-Hemmer, angewiesen.
